Das Stella Maris Orchestra präsentiert die Semi-Opera «The Fairy Queen» zusammen mit dem Chor der Kantonsschule Wettingen und der Erzählerin Birgit Steinegger auf herrlich amüsante Weise.

Verzauberte Liebespaare, Elfen und bisweilen auch ein Tischler mit Eselskopf tanzen in Henry Purcells «Fairy Queen» durch die Nacht – basierend auf Shakespeares «Sommernachtstraum» entstand Ende des 17. Jahrhunderts in London ein sogenanntes «Barock-Musical», das 1692 das erste Mal aufgeführt wurde.

Am Freitagabend hat das Stella Maria Orchestra Purcells Musik in der Klosterkirche Wettingen erklingen lassen. Gespielt wurde auf historischen Instrumenten, begleitet wurde das Orchester vom Chor der Kantonsschule Wettingen.

Dass die Eröffnung der Sommerkonzerte mit dem Chorkonzert der Kantonsschüler kombiniert werde, sei eine langjährige Tradition, erklärt Produktionsleiterin und Konzertmeisterin Renate Steinmann. «Wir ermöglichen den Schülern damit ein einmaliges Konzerterlebnis.» Die Zusammenarbeit mit den Kanti-Schülern sei äusserst inspirierend: «Was investiert wird, kommt mindestens dreifach retour. Es wird eine unglaubliche Energie freigesetzt.»

Birgit Steinegger als Witwe

Eine Energie, die während des Konzertverlaufs zweifellos auf die Zuhörer überging. Das bunt gemischte Publikum wurde vor allem durch die Rezitation von Birgit Steinegger erheitert, die als Witwe des berühmten Komponisten auftrat. Shakespeares malerische Handlung des Sommernachtstraums wurde mit passenden Anekdoten der Gegenwart angereichert und mit einigen berndeutschen Ausdrücken versehen, was für zahlreiche Lacher sorgte. Pures Gänsehautfeeling hingegen wurde durch den Gesang des Chores ausgelöst, der zusammen mit dem Orchester und den Solisten die Melancholie, die Sehnsucht nach der Liebe aber auch die Heiterkeit der Handlung zum Ausdruck brachte.

Im Solistenensemble waren auch dieses Jahr wieder ehemalige Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule mit dabei. Einer davon ist Yves Ehrsam, der mittlerweile an der Zürcher Hochschule der Künste klassischen Gesang studiert. Er möge barocke Musik sehr gerne, sagt er in der Pause des Konzertes. «Was mir an diesem Werk besonders gefällt, ist der Witz.» Nervosität sei für ihn während des Singens im Chor überhaupt kein Thema mehr, nur bei seinen Soli habe er noch ein wenig Herzklopfen. «Das gehört aber dazu.»

Davon allerdings war weder ihm noch den anderen Solisten etwas anzumerken. Und während die Protagonisten der Handlung in der zweiten Hälfte der Aufführung von ihrer Verzauberung erlöst wurden, blieb sie am Publikum haften – es bedankte sich bei den Musikern und Sängern mit Standing Ovations.