Oberrohrdorf

Die Fasnacht ist los: Keine Gnade für Polteri!

Mit dem «Gruusige Mettwoch» wurde gestern am Rohrdorferberg die Fasnacht eingeläutet. Die Narren führen dieses Jahr unter dem Motto «die goldenen 20er zweipunktnull» die Tradition fort, dem «Polteri» den Prozess zu machen.

Ungeheuerliche Gestalten mit grinsenden Fratzen tummelten sich gestern Abend auf der Bänkliwiese. Bunt bemalt waren die Gesichter der Narren in ihren auffälligen Gewändern. Paukenschläge gaben den Takt an, Trompeten und Posaunen ertönten in vollem Klang. Fasnächtler aus der Region kamen am «Gruusige Mettwoch» zusammen, um den Prozess des «Polteri» mitzuverfolgen.

Wie es seit 1956 Tradition ist, wird vor dem schmutzigen Donnerstag über den Sündenbock ein Urteil gefällt. Muss er büssen, so landet der Gauner auf dem Scheiterhaufen. Mit diesem Spektakel beginnt für die Rohrdorfer die Fasnacht. Nebst den lokalen Guggen wie der Bänkli-Clique, den Rohrdorfer Chessler und den Holzberewöörm waren auch auswärtige Delegationen, Narren und Schaulustige mit dabei. Die Meute verstummte, als die Herren mit grauen Allongeperücken, gekleidet in schwarzen Roben auf ihr Podium traten. «Es isch nöd zum Lache, de Polteri muess mer bestrafe!», begann der Ankläger seine Rede. Der Angeklagte sei schuld daran, dass die Bänkliwiese verbaut werden solle und man folglich für künftige «Gruusige Mettwoche» einen neuen Platz suchen müsse.

47. Hinterbächliball als Höhepunkt

Auf diesen Schock hin versuchte der Verteidiger die Situation zu schlichten: «Verschoned de Sürmel!». Sonst komme Greta wegen des Feuers und dem vielen Rauch auf den Rohrdorferberg und würde ganz aus der Fassung gebracht werden. «De Polteri isch gege grüen.», führte er seine Rede fort. Schliesslich wolle man die goldenen Zeiten und nicht die umweltfreundlichen, grünen 20er feiern. Richter «Mäce, der höllisch Wohleschwiler» zögerte nicht lange mit seinem Entschluss. «Verbränned de Polteri!», fiel sein eisernes Urteil aus. Mit einer Fackel zündete der Henker den Scheiterhaufen an und binnen weniger Minuten stand der Schuldige in Flammen. Gross war der Jubel der Fasnächtler, die Guggenmusik gab nochmals Vollgas.

Mit Regen und wolkenbedecktem Himmel hat der Mittwoch gestern «gruusig» begonnen und für den «Polteri» ein ebenso schlechtes Ende genommen. Für die Narren geht der Spass jedoch erst richtig los: Mit dem 47. Hinterbächliball am kommenden Samstag wird die fünfte Jahreszeit in vollen Zügen gefeiert.

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