«Vom Fitnesszentrum bis zum Bestattungsinstitut ist an der ‹Exposenio› alles vorhanden, was das Leben ausmacht», erzählte der Marketing- und Kommunikationsverantwortliche Louis Dreyer. Mit diesen zwei extremen Gegensätzen brachte er die Bandbreite der Dienstleistungen, Hilfsmittel und Aktivitäten auf den Punkt, welche am eintägigen Event für den dritten Lebensabschnitt geboten wurden.

Der vom Seniorenrat Region Baden organisierte Anlass im Trafo erwies sich mit über 70 Messeständen und rund 2500 Besucherinnen und Besuchern grösser und vielfältiger denn je. Unter anderem waren Ärzte vom Kantonsspital Baden vor Ort, die altersspezifische Gesundheitsfragen beantworteten. Die Apotheke Wyss aus Baden reichte verschiedene Duftboxen zum Beschnuppern herum, um die körpereigenen Endorphine und das Gedächtnis zu aktivieren. Das Regionale Pflegezentrum Baden stellte sein Tages- und Nachtzentrum vor. Dort werden Betreuungsbedürftige kurzfristig stunden- oder tageweise aufgenommen, um Angehörige zu entlasten.

Alles zum Ausprobieren

Verschiedene Vereine präsentierten Aktivitäten unterschiedlichster Art. Niemand muss einsam sein. «Wichtig ist, dass ältere Menschen von sich aus aktiv werden und nicht warten, bis ihnen etwas zugetragen wird», meinte Ruth Blum, Präsidentin der Arbeitsgruppe «Exposenio». Von superbequemen Wanderschuhen über das Seniorenmobil bis hin zum Pflegebett stand alles zum Erkunden bereit und widerspiegelte, welch unterschiedliche Facetten das Alter haben kann. Eine Gruppe von Lernenden der Berufsfachschule BBB Baden half betagten Besuchern bei jeglicher Art von Problemen mit ihrem Smartphone oder Tablet. Unter dem Sonderthema «Digitale Welt» standen verschiedene Referate auf dem Programm und der Vortragssaal war immer voll besetzt. Alexander Seifert, vom Zentrum für Gerontologie an der Uni Zürich, sprach über Potenzial und Barrieren der neuen digitalen Welt für Senioren. «Die Digitalisierung wird massiv in die Zukunft eingreifen.

Das hat Vorteile für Menschen, deren Mobilität eingeschränkt ist. Sie können mit der Umwelt weiterhin in Kontakt bleiben», meinte der Soziologe. Er erinnerte daran, dass der kürzlich verstorbene Physiker Stephen Hawking nur noch dank eines massgeschneiderten Computers kommunizieren konnte. Doch er sprach auch Vorbehalte an, die betagte Menschen davon abhalten, einen Computer zu nutzen. Sicherheitsbedenken seien häufig. Und die Furcht, der neuen Technologie nicht mehr mächtig zu sein. Der ganz grosse Erfolg, den die «Exposenio» ausmacht, bleiben aber die persönlichen und intensiven Gespräche, die an den verschiedenen Ständen entstehen. «Wer hier war, nimmt nicht nur einen Flyer mit nach Hause, sondern oft auch wertvolle Ratschläge und Ideen, wie er seine jetzige oder zukünftige Lebenssituation besser gestalten kann», sagte Ruth Blum.

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