Öffentlicher Verkehr

Die Buslinie 9 soll weiter durchs Badener Römerquartier fahren - das fordern viele Anwohner

Busbahnhof Baden.

Busbahnhof Baden.

Ein Teil der Buslinie 9 soll zukünftig stillgelegt werden. Das finden nicht alle gut. Jetzt wurden Unterschriften gesammelt.

Nach der Eröffnung des neuen Thermalbads im kommenden Jahr will die Stadt Baden einen Teil der Buslinie 9 stilllegen. Wegen mangelnder Rentabilität. Diese Nachricht hat im betroffenen Römerquartier für Aufruhr gesorgt. Vielen ist die Busverbindung wichtig. Der Quartierverein hat gegen den Entscheid rund 240 Unterschriften gesammelt, die er mit einer Petition dem Stadtrat überreichen will. In der Quartierzeitschrift «Rövue» heisst es dazu: «Für eine Stadt wie Baden, die für sich in Anspruch nimmt, ökologisch und nachhaltig zu handeln, ist ein solches Vorhaben und eine ausschliesslich wirtschaftliche Begründung nicht akzeptierbar.»

Die Linie 9 fährt heute vom Alterszentrum Kehl über den Bahnhof und die Römerstrasse bis zum Kraftwerk im Roggebode. Wenn es nach den Regionalen Verkehrsbetrieben Baden-­Wettingen (RVBW) und der Stadt geht, soll der Bus spätestens ab 2022 nur noch zwischen Kehl und Bahnhof verkehren. Als Ersatz soll die Linie 3 bis in die Bäder fahren – die Römerstrasse, das Museum Langmatt und der Roggebode wären aber abgehängt vom ÖV. Den Anwohnern bliebe nur, zu Fuss in die Stadt zu gehen oder den steilen Weg zur Bruggerstrasse und dort den Bus zu nehmen.

«Wir sind jetzt dabei, den genauen Petitionstext zu formulieren, und möchten die Unterschriften nach den Sommerferien dem Stadtrat übergeben», sagt Giuseppe Domeniconi vom Vorstand des Römer-Quartiervereins. Es gebe viel Unverständnis für den Entscheid, die bestehende Buslinie einfach aufzulösen. Besonders im Roggebode, wo viele ältere und teilweise gehbehinderte Leute wohnen, die es ohne Hilfe nicht bis zur Bushaltestelle an der Bruggerstrasse schaffen.

Eine noch zu lösende Mammutaufgabe

Kommt hinzu: Hier sind in den letzten Jahren viele neue Miet- und Eigentumswohnungen entstanden. Auch mit dem Kinderwagen ist der Weg zur Bruggerstrasse nicht ganz ohne. «Und mit den 86 neuen Wohnungen bei den ehemaligen BBC-Pavillons wird die Nachfrage nach einer guten Busverbindung noch einmal deutlich steigen», ist Domeniconi überzeugt.

Die RVBW argumentieren auch damit, dass die Auslastung zu tief sei. Teilweise würden nur zwei bis drei Personen im Bus mitfahren. Die Frage, wie nach der Eröffnung der sogenannten «Wellness-Therme Fortyseven» der Verkehr durch das Römerquartier und die Bäder geführt wird, bleibt ohnehin noch eine zu lösende Mammutaufgabe.

RVBW-Direktor Stefan Kalt setzt sich weiterhin für eine Seilbahn vom Bahnhof über die Parkstrasse bis zum Mättelipark beim Thermalbad ein. Auch diese Idee stösst nicht auf besonders viel Gegenliebe bei den Anwohnern – zumal eine Seilbahn mitten durch das älteste Badener Quartier das Stadtbild massiv verändern würde. So oder so: Auch das letzte Wort in Sachen «Neuner» ist noch nicht gesprochen.

Einwohnerrat Georg Gindely (SP), der sich ebenfalls im Vorstand des Römer-Quartiervereins engagiert, will nach den Sommerferien auch mit einem Postulat für den Erhalt der Buslinie bis in den Roggebode kämpfen.

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