Wettingen

Die andere Tschällänsch-Liga: Sie spielen gegen-, aber vor allem miteinander

Am Fredi’s Rotary Grümpi spielten Menschen mit Behinderungen Fussball. Initiant war der vor zwei Jahren verstorbene Geschäftsleiter der arwo.

Jede Mannschaft trägt ihr eigenes Dress, die Spieler laufen sich ein und am Spielfeldrand versammeln sich die Fans mit Fahnen und Plakaten. Auf den ersten Blick scheint es ein ganz normales Fussballturnier zu werden. Nicht ganz: Die Fussballerinnen und Fussballer sind alles Menschen mit einer Behinderung.

Fredi’s Rotary Grümpi auf dem Sportplatz der Bezirksschule Wettingen fand bereits zum achten Mal statt. Da die Spieler alle unterschiedliche Behinderungen haben und die Teams unterschiedlich stark sind, gibt es verschiedene Ligen: die Tschällänsch-Liga, die Top-Liga und die Super-Liga. Jeder soll zum Spielen kommen und Spass haben.

«Das Grümpi ist für uns alle, auch für uns Betreuer, ein fixer Termin im Kalender und ein absolutes Highlight», sagt Gaby Brantschen begeistert. Die Stiftung arwo, in der sie seit 18 Jahren arbeitet, ist seit dem ersten Grümpi mit dabei. Kein Wunder, denn Initiant des Turniers war Fredi Isch, Rotarier und Geschäftsleiter der arwo. Auch nach seinem Tod vor zwei Jahren führte der Rotary Club Wettingen-Heitersberg die Tradition von «Fredi’s Rotary Grümpi» mit grossem Engagement und ihm zu Ehren weiter.

«Für uns ist es schön, nicht nur mit Geld etwas zu unterstützen, sondern uns selbst auch einzubringen», sagt André Crelier, Präsident des Rotary Clubs Wettingen-Heitersberg. «Die Freude der Spieler macht uns am meisten Spass. Deswegen helfen auch alle vom Rotary Club immer wieder gerne mit.» Jedes Mitglied setzt sich da ein, wo seine Stärken liegen. Ob Verpflegung, Technik oder Spielplanung – jeder ist irgendwo aktiv.

Es werden Tore geschossen, es wird gejubelt, gefeiert und geschimpft. Dass auf dem Fussballfeld behinderte Menschen spielen, fällt kaum auf. «Mit wie viel Herzblut und Fairness gespielt wird, ist wunderschön. Man spürt die pure Lebensfreude», sagt Gaby Brantschen, während sie bei einem Spiel mitfiebert.

Nach fünf Stunden ertönt der Abpfiff. Die Spieler versammeln sich. Die Rangverkündigung folgt. Doch wer welchen Platz belegt, spielt für die wenigsten eine Rolle. Eine Medaille gibt es für alle. Und diese werden gleich stolz präsentiert und mit einer «La Ola» gefeiert. Das Grümpi ist für alle zur Tradition geworden. André Crelier schaut in die Runde: «Es gibt doch nichts Schöneres, als jemandem ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.»

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