Unwetter
Die 9 wichtigsten Fragen und Antworten zum Hagel im Ostaargau

Starke Gewitter haben am Mittwoch über dem Ostaargau gewütet. Eine aktualisierte Übersicht in neun Punkten.

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Hagelsturm in Baden Blick auf den Stadtturm von der Weiten Gasse.
66 Bilder
Hagelsturm in Baden Blick auf den Stadtturm von der Weiten Gasse.
Hagelsturm in Baden Feuerwehrfahrzeug in der Weiten Gasse nach dem Hagelsturm.
Hagelsturm in Baden Blick auf den Kirchplatz in Baden.
So sah die Terasse des Grand Casino Baden aus. Das Sommer-BBQ, dass neu jeden Mittwoch und Donnerstag stattfindet, hätte eigentlich sein Debüt gefeiert, musste aber kurzfristig abgeblasen werden.
So sah die Terasse des Grand Casino Baden aus. Das Sommer-BBQ, dass neu jeden Mittwoch und Donnerstag stattfindet, hätte eigentlich sein Debüt gefeiert, musste aber kurzfristig abgeblasen werden.
Die Badener Badstrasse ist übersät von Hagelkörnern.
Ein Leser wurde nicht nur vom Hagel, sondern auch von Schlamm überrascht.
Heftige Hagelschauer haben Baden und die Region heimgesucht.
So sieht es im Badener Biergarten nach dem Hagelsturm aus.
Hagel-Unwetter – winterliche Szenen in Baden
Hagel-Unwetter – winterliche Szenen in Baden
Ein Leser wurde nicht nur vom Hagel, sondern auch von Schlamm überrascht.
Ein Leser wurde nicht nur vom Hagel, sondern auch von Schlamm überrascht.
Ein Leser wurde nicht nur vom Hagel, sondern auch von Schlamm überrascht.
Ein Leser wurde nicht nur vom Hagel, sondern auch von Schlamm überrascht.
Hagel-Unwetter – winterliche Szenen in Baden
 Allmend in Baden: Hagelkörner auf dem Balkon eines Lesers.
Murmeligrosse Hagelkörner vor dem Kino Sterk in Baden.
Ein AZ-Leser berichtete, wie er und weitere Passanten dabei halfen, den Mini-Cooper aus der misslichen Lage zu befreien.
Auf einem Bahnübergang blieb gar ein Kleinwagen stecken.
Mit vereinten Kräften schafften sie es, den Wagen wieder auf den Weg zu bringen.
Land unter am Schulhausplatz Baden nach dem Hagelsturm
Badener Badstrasse: Kein Mensch weit und breit ist auf der Strasse zu sehen.
Blick von der Badener Badstrasse in Richtung Theaterplatz.
18.40 Uhr: Am Bahnhof suchten Passanten Schutz unter dem Perrondach.
Hagelkörner fliegen auf das Perron am Gleis 1. Passanten spannen trotz Dach den Regenschirm auf, um nicht von Hagel-Querschlägern, die am Zug abprallen, getroffen zu werden.
 Nach dem Hagelsturm liegen Tausende Hagelkörner über dem Perron am Gleis 1 am Bahnhof Baden.
Kurz vor 19 Uhr beim Fussgängerstreifen gleich beim Kino Sterk.
Nur noch wenige Autofahrer getrauten sich auf die Strasse. Die anderen suchten Schutz unter Vordächern.
Vor dem AZ-Hochhaus in der Nähe des Bahnhofs sind die Strassen von Hagelkörnern übersät. Der Verkehr kommt nur noch im Schrittempo vorwärts.
Vor dem Coop im Metroshop sammelt sich das Wasser.
Auch die Vitality-Apotheke ist betroffen.
Die Coop-Filiale wird notdürftig mit Erde-Säcken vor dem eindringenden Wasser geschützt.
Im Untergeschoss des Badener Bahnhofs hat der Hagel für regelrechtes Hochwasser gesorgt.
Laut einem Augenzeugen staut sich das Wasser bereits bis zu den Knöcheln.
Hagel-Unwetter – winterliche Szenen in Baden.
Nach dem Sturm um 19.30 Uhr: Blick in die Badener Weite Gasse.
Autos kämpfen sich durch die Hagelsuppe.
Nach dem Sturm um 19.30 Uhr: Blick in die Obere Gasse in Baden.
Auf einen Abfallsack an der Oberen Gasse in Baden liegen Hunderte Hagelkörner.
Als hätte es geschneit.
Dieses Bild hat ein AZ-Leser in Baden aufgenommen.
Hier sind die grossen Hagelkörner besonders gut zu sehen.
Winterliche Szenen in Baden.
Winterliche Szenen in Baden: Blick auf den Bahnhofplatz um 18.50 Uhr.
Winterliche Szenen in Baden.
Winterliche Szenen in Baden.
Winterliche Szenen in Baden.
Hagel-Unwetter – winterliche Szenen in Baden
Winterliche Szenen in Baden.
Das Weiss auf dem Gleisfeld sieht auf den ersten Blick wie Schnee aus - doch es sind Hagelkörner.
Auch andere Gebiete im Aargau sind betroffen, hier das Gebiet Heister in Schinznach-Dorf.
Eine Nahaufnahme der Hagelkörner.
Hagel-Unwetter – winterliche Szenen in Baden.
Keine Spur mehr vom Sommer.
Das Gebiet Heister in Schinznach-Dorf.
Das Gebiet Heister in Schinznach-Dorf.
Diese Aufnahmen hat ein AZ-Leser in Niederweningen gemacht.
Diese Aufnahmen hat ein AZ-Leser in Niederweningen gemacht.
Der Garten dieses AZ-Lesers wurde vom Hagel arg in Mitleidenschaft gezogen.
Hagelkörner, so weit das Auge reicht.
Hier hagelte es nicht nur Körner, sondern gleich auch noch Blätter.
«Sommer trifft Winter», nennt ein AZ-Leser dieses Bild treffend.
So erlebte ein AZ-Leser in der Oberen Kehlstrasse in Baden den Hagelschauer.
So erlebte ein AZ-Leser in der Oberen Kehlstrasse in Baden den Hagelschauer.

Hagelsturm in Baden Blick auf den Stadtturm von der Weiten Gasse.

Leserbild/Daniel Goldberg

1. Wo waren die Gewitter besonders stark?

In der Region Baden-Lägern fiel am meisten Regen. Innerhalb von einer halben Stunde gab es in Ehrendingen 53 Millimeter Regen und insgesamt über 70 Millimeter. Das sind zwei Drittel der Menge, die sonst im gesamten Mai fällt.

Wie viel Niederschlag das ist, veranschaulicht "Meteonews": Der Wetterdienst schreibt, in den Bezirken Baden und Zurzach seien innert kurzer Zeit über 50 Liter Regen pro Quadratmeter niedergegangen. Auch das Mettauertal im Bezirk Laufenburg war betroffen.

Die Gewitterline brachte am Nachmittag und Abend neben Überschwemmungen auch bis zu vier Zentimeter grosse Hagelkörner und 37'000 Blitze.

Blitzeinschläge in der Schweiz.

Blitzeinschläge in der Schweiz.

SRF Meteo

2. Welche Schäden gab es?

Das Gewitter hat weisse Strassen, überschwemmte Unterführungen und Garagen zurückgelassen. Im Bahnhof Baden standen die Coop-Filiale und die Vitality-Apotheke unter Wasser. In der gesamten Schweiz hat das Unwetter Schäden im Wert von über 10 Millionen Franken angerichtet. Allein die Allianz Suisse rechnet ersten Schätzungen zufolge mit rund 1200 Schadenfällen, der Schadenaufwand wird auf rund 4 Millionen Franken geschätzt. Im Raum Baden rechnet die Versicherung mit etwa 500 Schadenfällen, vor allem Fahrzeuge wurden durch den starken Hagel beschädigt. Die Zurich Versicherung schätzt den Schaden bei ihren Kunden auf 6,3 Millionen Franken. Die Aargauische Gebäudeversicherung hat bis Donnerstagmittag 155 Schadenmeldungen erhalten. Das seien Schäden von etwa 1,5 Millionen Franken. Es dürften jedoch weitere Meldungen eingehen.

Über Verletzte liegen keine Berichte vor. Die Feuerwehr stand im Dauereinsatz. Gemäss der Kantonspolizei Aargau waren in der Region Baden, im Zurzibiet und im Mettauertal elf Feuerwehren unterwegs. Bei der Notrufzentrale gingen über 100 Meldungen ein.

3. Wie kam es zum heftigen Gewitter?

Verantwortlich waren entgegengesetzte Winde, wie SRF Meteo schreibt. Böiger Westwind in der Region Bern und gleichzeitig kräftiger Ostwind in der Region Zürich prallten über dem Aargau zusammen und lösten die Gewitter aus.

Mehr zum Wetterphänomen lesen Sie hier.

4. Wie sah es auf der Strasse aus?

Gemäss der Kantonspolizei Aargau kam es auf Haupt- und Ortsverbindungsstrassen weder zu Störungen noch zu Unfällen.

5. Wo sonst wütete das Gewitter?

Von Unwettern waren auch der Kanton Zürich und die Ostschweiz betroffen. Allein im Raum Zürich kam es zwischen 18.30 Uhr und 23.00 Uhr zu über 700 Feuerwehreinsätzen, wie die Zürcher Notfallorganisation Schutz & Rettung in der Nacht auf Donnerstag mitteilte.

Besonders betroffen war das Zürcher Unterland, wo mehrere hundert Notrufe eingingen. So traten mehrere Bäche über die Ufer, und Bäume stürzten um. An einzelnen Orten sind ganze Strassenzüge überflutet worden, heisst es in der Mitteilung. Wasser drang in hunderte Wohnungen, Keller und Tiefgaragen ein.

6. Wie sieht die Situation im Kanton Zürich aus?

Im Nordwesten des Kantons Zürich wurde in Schöfflisdorf und Oberweningen gegen 22.30 Uhr ein Sirenenalarm ausgelöst, wie die Zürcher Kantonspolizei mitteilt. In den beiden Gemeinden war das Trinkwasser nach dem Unwetter stark verschmutzt. Die Bürger müssen auf Anweisung der Behörden Wasser sparen und dieses vor dem Gebrauch abkochen. Für wie lange, war zunächst unklar. Die beiden betroffenen Gemeinden wollen am Donnerstagmorgen informieren.

Stark vom Regen getroffen wurde Dielsdorf. Dort wurde laut Polizei ein Hallenbad wegen eines Wassereinbruchs im Keller evakuiert. Zudem drang Wasser in einen Chemiebetrieb ein, und Fässer mit Chemikalien schwammen in den Fluten, wie ein Sprecher von Schutz & Rettung der SDA sagte. Für die Bevölkerung bestand laut Angaben der Polizei keine Gefahr.

7. Wie wirkte sich das Gewitter auf den Bahn- und Flugverkehr aus?

Das Unwetter legte eine S-Bahn-Strecke im Nordwesten Zürichs lahm: Weil in Dielsdorf und Steinmaur Weichen unter Wasser standen, konnten die Züge der Linie 15 zwischen Dielsdorf und Niederweningen nicht mehr verkehren.

Ersatzbusse seien aufgeboten worden, sagte ein Sprecher der SBB zu einer Meldung der Bahnverkehrsinformation. Die Reisenden mussten etwas längere Fahrzeiten in Kauf nehmen. Am späten Mittwochabend wurde die Strecke der Bahnverkehrsinformation zufolge wieder für den Verkehr freigegeben.

Am Flughafen Zürich-Kloten ging am Abend für 30 Minuten nichts mehr um am Boden stehende Flugzeuge herum, wie ein Sprecher der Nachrichtenagentur SDA auf Anfrage sagte. Wegen der Gefahr durch Blitzeinschläge hätten sich weder Personal noch Passagiere den Flugzeugen nähern dürfen.

Deshalb sei weder Einsteigen noch Aussteigen noch Beladen und Entladen möglich gewesen, sagte der Sprecher. Auch das Betanken der Flugzeuge war nicht erlaubt. Mehrere Maschinen mit Ziel Zürich wichen auf andere Flughäfen aus.

8. Wie sieht es am Tag danach aus?

Diese Bilder zeigen, wie der Hagel richtiggehend als Mähmaschine wirkte:

Der Hagelsturm vom 30. Mai hat viel Laub von den Bäumen geschlagen.
13 Bilder
Grüner Teppich vor dem Badener Merker-Areal: So hat der Hagel gewütet.
Eindrücke rund um das Schwimmbad, am Tag nach dem Unwetter.
Eindrücke rund um das Schwimmbad, am Tag nach dem Unwetter.
Eindrücke rund um das Schwimmbad, am Tag nach dem Unwetter.
So schön war die Stimmung am Donnerstagmorgen.
So schön war die Stimmung am Donnerstagmorgen.
Immer noch ist der Boden mit Hagelkörnern bedeckt.
Eindrücke rund um das Schwimmbad, am Tag nach dem Unwetter.
Eindrücke rund um das Schwimmbad, am Tag nach dem Unwetter.
Eindrücke rund um das Schwimmbad, am Tag nach dem Unwetter.
Eindrücke rund um das Schwimmbad, am Tag nach dem Unwetter.
Dieser Schnecke kam die nasse Abkühlung wohl gerade recht. Sie nutzt die Gelegenheit für die Futterbesorgung.

Der Hagelsturm vom 30. Mai hat viel Laub von den Bäumen geschlagen.

Andreas Fahrländer

9. Gibt es heute wieder Gewitter?

SRF Meteo sagt für den Donnerstag meist sonniges Wetter mit 24 bis 27 Grad voraus, warnt aber schon morgens vor lokal kräftigen Gewittern "inklusive Starkregen, Hagen und Sturmböen".

Am frühen Nachmittag warnt es einem "Potenzial für unwetterartige Gewitter" im ganzen Kanton Aargau, und zwar von 17 bis 23 Uhr. Meteonews sieht für den Nachmittag und Abend teilweise heftige Gewitter voraus.

Die Modellprognose von Jörg Kachelmann dagegen ist konkreter, in zeitlicher wie geografischer Hinsicht. Kachelmannwetter weist (Stand: 13.45 Uhr) für 20 Uhr ein leichtes bis mässiges Gewitterrisiko für den Raum Schöftland/Oberentfelden sowie im Freiamt rund um Bremgarten und Wohlen aus. Dann zieht das Gewitter in Richtung Nordosten weiter. Um 21 Uhr droht dieselbe Gefahr im Bezirk Zurzach sowie in mehreren Gemeinden in der Nachbarschaft.

Wetter-Prognose Kachelmannwetter für Donnerstag 20 Uhr
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Wetter-Prognose Kachelmannwetter für Donnerstag 21 Uhr
Wetter-Prognose Kachelmannwetter für Donnerstag 22 Uhr

Wetter-Prognose Kachelmannwetter für Donnerstag 20 Uhr

Screenshot kachelmannwetter.com

(sda/mwa/pz)