«Es ist so schön, von hier aus in den Saal zu schauen und in all diese fröhlichen Gesichter zu sehen.» Mit diesen Worten begrüsste Marianne Keller, die Präsidentin des Gemischen Trachtenchors Mellingen, das Publikum im vollbesetzten Löwensaal zum Heimatabend. Einmal mehr präsentierte der Chor eine bunte Palette volkstümlicher Lieder, diesmal mit der neuen Dirigentin Susanne Rudolf von Rohr.

«Sing mit mir es freudigs Liedli, das git eus Chraft und tued eus guet», sang der Trachtenchor zum Auftakt. Und mit dem alten Volksliedergut brachte der Chor gleich ein Stück heile Welt in den hektischen Alltag der Gegenwart – handeln die Lieder doch von der schönen Natur, den Bergen im Abendlicht, dem Plätschern vom nahen Bach und dem Rehlein am Waldesrand. «Mir Jodler sind doch fröhlichi Lüüt», sang der Chor etwa im «Enzischwand-Juz», komponiert von Franz Stadelmann.

Für alle ein Glückstreffer

Und weil singen fröhlich macht, ist es auch kein Wunder, wenn die Mitglieder ihrem Verein über viele Jahre treu bleiben. So zum Beispiel Ursula Steiner: Sie wurde für 25 Jahre Mitgliedschaft vom Eidgenössischen Jodlerverband zur Veteranin ernannt.

Vreni Weber und Trudi Rubi zeigten ihr Können als Solistinnen. Da sangen sie unter der Begleitung an der Handorgel von Werner Dössegger das Lied «e Rose nur für dich» und das «Morgenlied» von Theodor Schweizer.

Und dann gab die neue Dirigentin eine Kostprobe ihres Könnens. «Wildi Rose», sang sie aus der Feder des Komponisten Emil Grolimund. «Unsere neue Dirigentin ist ein Geschenk des Himmels», fand Präsidentin Marianne Keller später im Gespräch, «so schön wie sie singt, so dirigiert sie auch.» Susanne Rudolf von Rohr, die den Chor seit Januar leitet, sei für alle ein Glückstreffer gewesen, sagte Keller. «Mit ihr macht das Singen richtig Freude.»

Da blieb kein Auge trocken

Nach dem erfrischenden Liederteil ging es nach der Pause eher hektisch zu und her: «Voll im Stress» hiess nämlich der Zweiakter von Hanny Frey, den die Theatergruppe fürs Publikum einstudiert hatte. Tatsächlich lief so einiges aus den geordneten Bahnen, als während der Ferienabwesenheit im Familienbetrieb von Herrn und Frau Stocker andere das Zepter übernehmen sollten.

Onkel Ivan (gespielt von Peter Albisser) versuchte sich in der Buchhaltung, vergass aber alle wichtigen Details seines Lebens: zum Beispiel, wie um Himmels Willen er gestern von der Piccadilly-Bar wieder nach Hause gekommen war. Tante Christa (Jolanda Schmid) übernahm das Regime im Haus und entpuppte sich zusehends als Hausdrache, Sohn Andre (Ueli Schöni) wurde von Rockern verprügelt. Als auch noch die Grossmutter Dora Stocker (Katharina Wirth) zur Inspektion ins Haus schneite, war das Chaos perfekt. Nun sollte Gärtner Kari (Rolf Seiler) alles wieder richten. Beim Publikum jedenfalls blieb kein Auge trocken.