Baden

Der Stadtrat will Ideen für grüne Energiepolitik sofort umsetzen

Der Badener Stadtrat will eine grünere Energiepolitik.

Der Badener Stadtrat will eine grünere Energiepolitik.

Wer Strom aus Photovoltaikanlagen ins Netz der Badener Regionalwerke speist, soll bereits ab 1. Januar besser entschädigt werden.

So schnell kann es gehen: Im Sommer genehmigte der Badener Einwohnerrat mehrere Vorstösse für eine nachhaltigere städtische Energiepolitik. Nun war es am Stadtrat, die Ideen zu prüfen – er will zwei davon bereits ab Januar umsetzen.

Der Einwohnerrat wird im Dezember über die konkreten Vorschläge abstimmen und dabei unter Beweis stellen, ob es ihm mit dem Ja für eine grünere Klimapolitik im August wirklich ernst war.

Die erste Massnahme betrifft die Vergütung von Solarstrom. Die Forderung des inzwischen zurückgetretenen SP- Einwohnerrats Martin Groves lautete: Strom, der von kleineren oder mittleren Photovoltaikanlagen produziert und ins Netz der Regionalwerke gespeist wird, soll besser vergütet werden als bisher.

Groves begründete seinen Vorstoss damit, dass es sich aktuell nicht lohne, Photovoltaik-Anlagen zu betreiben, deren Produktion überwiegend ins Netz eingespeist werde. Denn die Vergütung sei in Baden mit rund 5 Rappen pro Kilowattstunde unterdurchschnittlich und müsse auf rund 7,5 Rappen erhöht werden. Dadurch könnten Hausbesitzer motiviert werden, Photovoltaikanlagen zu bauen und Strom ins Netz zu speisen, so die Idee von Groves.

Der Stadtrat und die Regionalwerke lehnen es zwar ab, die Statuten zu ändern, wie es der Vorstoss ebenfalls verlangt hatte. Sie schlagen aber vor, die Vergütung anzupassen: Ab 1. Januar soll der Rücklieferpreis aus Photovoltaik rund 7 Rappen betragen. Bis im Jahr 2021 dürfte der Wert aufgrund der tendenziell steigenden Energiepreise auf die geforderten 7,5 Rappen ansteigen, hält der Badener Stadtrat in seiner Antwort auf das Postulat fest.

Biogas aus Dänemark – macht das Sinn?

Auch das Anliegen von Benjamin Steiner vom linksliberalen Team Baden stösst beim Stadtrat zumindest teilweise auf Anklang. Steiner forderte, der Anteil von Biogas soll für alle Heizgaskunden der Regionalwerke standardmässig mindestens 20 Prozent betragen. Denn Biogas sei im Gegensatz zu konventionellem Erdgas weitgehend CO2-neutral und fördere die regionale Wertschöpfung.

Auch dieser Vorschlag soll bereits ab 1. Januar umgesetzt werden, schlägt der Stadtrat vor: Das «Basisprodukt Gas» der Regionalwerke enthält demnach vorerst im ganzen Versorgungsgebiet 10 Prozent Biogas. Eine Steigerung des Biogasanteils auf die geforderten 20 Prozent sei bis spätestens 2026 vorgesehen.

In einem ersten Schritt werde vorwiegend Biogas aus Dänemark verwendet, heisst es im Papier weiter. Christian Vogler sagt dazu: «Natürlich wäre es aus rein ökologischer Sicht besser, Biogas aus der Region oder aus der Schweiz zu verwenden. Die erforderlichen Mengen aus der eigenen Produktion sind aber kurzfristig nicht verfügbar.

Zudem ist Biogas aus Mittel- und Nordeuropa günstiger.» Bis 2026, wenn der Biogasanteil schrittweise auf 20 Prozent erhöht wird, soll aber ein Teil davon aus regionaler Produktion stammen, hält der Stadtrat fest.

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