So lebendig, wie sich der neu gestaltete Hirschenplatz in Ennetbaden an seinem Einweihungstag präsentierte, kann man sich den Betrieb links und rechts der Limmatknies künftig nur wünschen.

Gemeindeammann Pius Graf strahlte mit der Frühlingssonne um die Wette. Endlich wieder einmal ein konkretes Vorzeigeobjekt, das er im Zusammenhang mit dem Ennetbadener Entwicklungsplan des Bäderquartiers vor zahlreichem Publikum präsentieren konnte. Der 460 Quadratmeter grosse Hirschenplatz setzt ein Zeichen für die bevorstehenden Projekte zur Neubelebung des teilweise maroden Quartiers, das nun zu neuer Blüte kommt. «Der Platz lebt», freute sich Graf und bezeichnete ihn als «gute Referenz für die Zukunft».

Limmathof: Der erste Meilenstein

Christof Engler, 94 Jahre alt und seit 60 Jahren in Ennetbaden wohnhaft, zeigte eine Postkarte vom alten Hotel Hirschen, wie es 1935 aussah. «Es wäre wunderbar, wenn all das, was vorausgesagt ist, in die Realität umgesetzt werden könnte», sagte er. Stephan Wetzel vom Atelier West Architekten Baden, der auf dem Grundstück des ehemaligen «Hirschen» die Dependance zum Limmathof Baden Hotel & Spa» (Badresidenz Hirschen) mit dem dazugehörigen Platz entwarf und baute: «Der erste Meilenstein war der Limmathof in Baden, nun hat es fast zehn Jahre gedauert, bis der ‹Hirschen› eröffnet wurde. Ich hoffe, dass es nicht weitere zehn Jahre dauern wird bis zum nächsten Meilenstein.»

Trouvaille vor Zerstörung bewahrt

Mit dem Mosaikbrunnen am Hirschenplatz wurde ein Stück Vergangenheit in die Gegenwart gerettet. Restaurator Tobias Hotz wurde mit der Umsetzung des anspruchsvollen Projekts beauftragt. «Als ich 2009 mit der Aushebung des von Karl Hügin 1942 geschaffenen Mosaiks im alten ‹Hirschen› startete, toste rund um mich der Lärm der Abbruchbagger», erinnert er sich. Damit das ganze Werk nicht auseinanderfiel, wurde es von vorne und hinten wie ein Sandwich gesichert und en bloc vom alten Standort herausgehoben. Unreinheiten entfernte Hotz mit Mikrosandstrahlen, befestigte lose Steine, ersetzte fehlende und flickte Hohlstellen und Risse. Im August 2011 konnte das Kunstwerk dann am Hirschenplatz montiert werden.

Das Ergebnis ist der Mühe wert. Am Eröffnungstag erfuhr das Publikum, welch wichtige Rolle Kreateur Karl Hügin in der Schweizer Kunstszene spielt. Seine Mosaike und Wandmalereien schmücken viele öffentliche Gebäude in der Schweiz. Das Mosaik auf dem Hirschenplatz zeigt einen kranken Mann, der beim Bad im Jungbrunnen zu neuen Lebenskräften kommt. Das passt zum Thermalwasser aus der unterirdischen Hirschenquelle, das nun aus einem schlichten Hahn läuft. Umrahmt ist der Brunnen von Tessiner Granit. Die Betonwände links und rechts wurden mit wilden Reben bepflanzt, die im Wachstum begriffen sind. Genauso wie das Bäderquartier – hoffentlich!