Baden

Der närrische Klimawandel im Anzug

Badener Fasnachtseröffnung mit der Gerichtsverhandlung und der anschliessenden Hinrichtung von Hironymus Füdlibürger, 28. Februar 2019.

Eingefleischte Fasnächtlerinnen und Fasnächtler warten auf die fünfte Jahreszeit.

Badener Fasnachtseröffnung mit der Gerichtsverhandlung und der anschliessenden Hinrichtung von Hironymus Füdlibürger, 28. Februar 2019.

Die Badener Fasnacht 2020 doppelt mit einem Wakker-Preis-verdächtigen Programm nach.

Eingefleischte Fasnächtlerinnen und Fasnächtler sprechen von der fünften Jahreszeit, auf die sie alljährlich über 300 Tage lang hinfiebern. Sie beginnt kommenden Schmutzigen Donnerstag und dauert bis zum darauffolgenden Aschermittwoch. Seit Wochen laufen die Vorbereitungen. Sujets werden kreiert, dazu Maske und Kostüm bereitgestellt, Verse geschmiedet, und die Guggenmusiken spielen ihren schrägen Sound ein im Probekeller.

Hinter den Kulissen stellen als Organisatoren die Spanischbrödlizunft und die Vereinigten Fasnachts-Gruppen Baden (VFGB) in enger Zusammenarbeit Infrastruktur und Programm auf die Beine. Andernorts spricht man bei Fasnächtlern von der Krise. Und in Baden? Wie von Zunft und VFGB verlautete, treffe das für Baden nicht zu. «Die Badener Fasnacht wird zum Wakker-Preis-verdächtigen Event», heisst es unisono. Die einst blühende Badener Schnitzelbankszene ist nach wie vor knapp dotiert.

Zu viele klingende Namen des fasnächtlichen Humors sind in den vergangenen Jahren verschwunden, altershalber oder einfach aus Fasnachts-Müdigkeit. «Wir wünschten uns etwas Nachwuchs bei den Banken», macht Brödlimeister Niklaus Merker klar, dass die Schnitzelbankszene, zu kämpfen habe. Umso mehr freue man sich, dass mit «d Schlussliechter» eine neue Badener Gruppe ihre Premiere feiern wird, während «Ultimo Giro» sein 20-Jahr-Jubiläum begeht, erklärt Merker. Dass die «Derniere» in ihrem 11. Jahr laut VFGB-Sprecher Fabian Weidmann schon zehn Tage vorher ausverkauft sei, liege daran, dass dieser Ort auch für auswärtige Banken, sogar aus Basel, hohe Beliebtheit geniesst.

Närrischen Nachwuchs fördern

«Wir versuchen den närrischen Nachwuchs von Kindsbeinen anzusprechen», sagt Merker. Das beginne mit dem Füdlibürger-Prozess am Donnerstagabend, wo viele Kinder mit ihren Eltern anwesend seien, oder mit der Kinderfasnacht am Samstag und dem Umzug am Sonntag. Dieser verspricht aufgrund der vielen Anmeldungen einmal mehr zu einem schrillen Guggen-Spektakel zu werden.

Die Guggen geben auch für die VFGB weiter den Ton an, so bei den «Notekleckser», der eigenen Nachwuchs-Gugge, und insbesondere in der legendären Badener Gugge-Nacht am Fasnachtssamstag. Die bereits jetzt fast ausgebuchten Hotels lassen auf eine hohe Beteiligung auch auswärtiger Formationen schliessen. «Auch das Publikum wird garantiert wieder zahlreich aufmarschieren, doch wünschten wir, dass sich mehr närrisch Gesinnte daruntermischen würden, die als Sujet maskiert oder zumindest etwas verkleidet sind.» Wenn Oktoberfest angesagt sei, würden sich auch alle ins Dirndl oder in die Lederhose stürzen, meint Weidmann.

Fasnachtsprogramm auf www.badenerfasnacht.ch

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