Nach dem tragischen Tod der Chordirigentin Christina Teller im vergangenen August findet der Männerchor Frohsinn allmählich seine Lebensfreude wieder. Chorpräsident Reinhard Scheuble erzählte: «Wir sind in ein emotionales Loch gefallen. Christina Teller hinterlässt eine grosse Lücke.» Bis zu den Herbstferien begleitete Gisela Leitlein, eigentlich Dirigentin des Frauenchors Lupfig, den Chor. Sie half den 17 Sängern durch die erste schwere Zeit nach dem Verlust. Danach sprang Patrick Lerf für einige Monate ein. Nun freue sich der Chor auf die Zusammenarbeit mit Anna Miklashevich, die am Moskauer Tschaikowsky Konservatorium studiert habe und überaus qualifiziert sei, berichtete Scheuble.

Nachdem der Männerchor Frohsinn den ersten Teil des Gala Konzertabends am Samstag mit bewegenden Liedern wie «Weit, weit weg» gestaltet hatte, trat der Ural Kosaken Chor auf. Da dieser nicht zum ersten Mal in Mägenwil gastierte, hat er dort bereits einige treue Fans.

Einst mit Ivan Rebroff

Der 1924 gegründete Ural Kosaken Chor blickt auf eine wechselvolle Geschichte mit Unterbrüchen und Neuanfängen zurück. Zu den bekanntesten Mitgliedern gehörte Ivan Rebroff. Seit 2007 dirigiert Vladimir Kozlovskiy das erfolgreiche Ensemble. Er erzählte, der Chor sei noch bis Anfang Februar in der Schweiz auf Tournee. Dabei stünden drei bis vier Auftritte in der Woche auf dem Plan.

Zunächst sang der Chor vor allem Lieder aus der russisch-orthodoxen Liturgie, wozu auch ein Mönchsgebet aus dem 14. Jahrhundert gehörte. Anschliessend ging es mit russischen Volks- und Kosakenliedern weiter, die unter dem Motto «Schneeverwehtes Russland» standen. Das Stimmenvolumen und die sängerischen Fähigkeiten der sieben Sänger waren beeindruckend. Zudem verstand es der Ural Kosaken Chor, gute Stimmung zu verbreiten und das Publikum mitzureissen. Die Zuschauer sparten nicht mit Beifall und gingen begeistert mit. Das Lied «Kalinka» durfte natürlich nicht fehlen und war als Zugabe zum Ende des Gala-Konzertabends ein fröhlicher Abschluss.

Im Gedenken an Christina Teller

Trotz der traurigen Begleitumstände präsentierten der Mägenwiler Chor und seine russischen Gäste ein bewegendes und beeindruckendes Konzert. Beide Chöre traten zum Schluss gemeinsam unter der Leitung der neuen Dirigentin Anna Miklashevich auf. Die drei Lieder bewegten das Publikum. Sie seien, so Chorpräsident Reinhard Scheuble, zum Andenken an die verstorbene Christina Teller einstudiert worden.