Ab Mittwoch führen 17 engagierte Schüler und Schülerinnen der 3. Stufe in den Westschöpfen der Kantonsschule Wettingen das Stück «Chatroom» vom irischen Dramatiker und Drehbuchautor Enda Walsh auf.

Das Stück erzählt von sechs Jugendlichen, die sich virtuell begegnen und miteinander wesentliche Aspekte ihres Lebens verhandeln. Mit aktuellen Themen rund um die dunkle Seite des Internets und seinen Gefahren ist mit «Chatroom» ein Stück gefunden worden, welches Geschichten und Themen aufgreift, die sich nah an der Erfahrungswelt der Schüler bewegen und ihnen bereits beim ersten gemeinsamen Lesen gefiel.

Eine vermeintliche Nähe

Wenn sich das Gefühl von Freiheit in der (virtuellen) Anonymität einstellt, «wenn das Gegenüber keins ist, weil es weder Gesicht noch Körper noch Stimme hat, sondern sich lediglich in Form von Buchstaben auf dem Bildschirm manifestiert, fallen rascher gewisse Schranken und Hemmschwellen, bieten sich Freiheiten an, öffnen sich Räume, in die man sich sonst nicht wagt», erklärt Gerald Knöss das Leitmotiv des Stücks. «Man kommt sich leichter näher, wird schneller offensiv oder grob oder bricht ab. Es ist eine vermeintliche Nähe bei gleichzeitiger Unverbindlichkeit.»

In der Inszenierung von Gerald Knöss und Stefan Forrer erhebt sich der Chatroom aus der Virtualität und ist als fiktiver Raum dargestellt, in dem die Protagonisten auf verschiedenen, unterschiedlich hohen Bühnen stehen. So sind sie einerseits distanziert von den andern, andererseits wird es möglich, einander anzuschauen, direkt anzusprechen oder zu berühren.

Geschicktes Lichtspiel, häufig mit blauer Beleuchtung, elektronisch-anmutende Musik und technische Bewegungen unterstreichen den fiktiven Raum als Hybrid zwischen Realität und distanzierender Virtualität.

Raffinierte Rollenverteilung

Wie Gerald Knöss und Stefan Forrer die Herausforderung, mit 17 Schülerinnen und Schülern eine Geschichte von sechs Jugendlichen zu erzählen, gelöst haben, mag überraschen: Alle Schüler stehen während des ganzen Theaters auf der Bühne – dabei übernehmen meist drei Schüler eine Rolle gleichzeitig.

Sie stehen nebeneinander, sprechen miteinander oder abwechslungsweise. Das ist choreografisch hoch anspruchsvoll, visuell und darbieterisch aber sackstark.

«Wir haben hohe Ansprüche an uns und wollen etwas zeigen, das wir selber gerne sehen würden, das uns berührt und innerlich bewegt», sagt Gerald Knöss. Die Zuschauer erwartet ein Stück, bei dem jede Handbewegung und jegliche Mimik wohl überlegt sind. Ein Stück, an dem die Schüler gewachsen sind und eigene Ängste und Unsicherheiten spielerisch überwinden konnten, freuen sich Stefan Forrer und Gerald Knöss.

Aufführungsdaten: 18. bis 22. März (Mittwoch bis Sonntag), 20 Uhr, Westschöpfe der Kantonsschule Wettingen. Dauer: ca. 90 Minuten. Preise: Fr. 15.– (ermässigt. Fr. 8.–)

Reservationen: 056 437 24 00 oder sekretariat@kswe.ch