Darum geht es: Doch mehr Zimmer im neuen Verenahof: Das hat sich bei den Umbau-Plänen geändert

Der Denkmalschutz spaltet die Geister. Einerseits gilt er oft als Verhinderer, der Bauprojekte verzögert und Kosten explodieren lässt. Andererseits ist er Retter in der Not: Die kantonale Denkmalpflege sorgt dafür, dass Gebäude nicht einfach aus
dem öffentlichen Raum verschwinden, die wichtige Zeugen der Geschichte sind und vielen Menschen etwas bedeuten.

Jüngstes Beispiel: das Verenahof-Geviert im Badener Bäderquartier. Das historische Ensemble mit den Badehotels Verenahof, Ochsen und Bären ist ein einzigartiger Architekturschatz aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Manche Gebäudeteile stammen aus dem Mittelalter, die Quellfassungen sind in ihrer Art einmalig in der Schweiz.

Stararchitekt Mario Botta, der das neue Badener Thermalbad nebenan baut, hatte Grosses vor mit dem historischen Komplex: Eine dominante (und mit Verlaub: völlig deplatzierte) Glaskuppel sollte die Dächer überragen. Dagegen und gegen die Zerstörung des historischen Elefantensaals wehrte sich die Denkmalpflege strikt.

Es hat sich gelohnt: Mario Botta konzentriert sich auf das neue Bad, auf das die Stadt so lange gewartet hat. Das Basler Architekturbüro Villa Nova saniert derweil das Verenahof-Geviert mit viel Liebe zum historischen Detail. Obwohl eine hochmoderne Klinik entsteht, bleiben alle historischen Fassaden, Säle und Lichthöfe erhalten. Der Spagat zwischen Alt und Neu ist also machbar, wenn der Wille da ist. Der strenge Denkmalschutz war in diesem Fall ein grosser Glücksfall für Baden.