Baden
Dem «Bären» in den Rachen geschaut

Die Dépendance des einstigen Bäderhotels steht mitten in einer spannenden Umbauphase

Roman Huber
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Dépandance Bären Baden
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 (Fotos: Corinne Rufli)

Dépandance Bären Baden

Aargauer Zeitung

Wer durch das Bäderquartier spaziert, begegnet zurzeit einem nicht alltäglichen Baustellenbild: Die «Bären»-Dépendance ist fast völlig ausgekernt. Von unten her reicht der Blick hinauf bis unter den Dachfirst des fünfgeschossigen Gebäudes. Mit zahlreichen Doppel-T-Trägern werden die Mauern vor einem Einsturz gesichert. Noch immer rattern die Pressluftbohrer, während es innen und aussen stiebt. Bald ist auch das Kellergeschoss freigelegt.

Die Details werden gepflegt

Eigentlich war die «Bären»-Dépendance (die nicht unter Schutz steht) dem Abbruch geweiht. Doch seitens der Besitzerin, der Verenahof AG, hatte Verwaltungsratspräsident Benno Zehnder Gefallen an diesem Objekt gefunden und wollte es stehen lassen.

Über dem Keller werden nun schrittweise die vier Geschossdecken eingebaut. Stützen und Treppenanlage bilden dabei die tragenden Elemente. Für Architekt Heinz Muster bildet die Auseinandersetzung mit der alten Bausubstanz eine besondere Herausforderung. Wie schon bei der Sanierung der «Ochsen»-Dépendance nebenan werde auf das Ambiente viel Wert gelegt, indem man die Details bei der Veranda und den Fenstern pflege, sagt Muster.

«Seufzerbrücke» muss weichen

Die Brücke hinüber zum Hauptbau, die zwar das Bild der Bäderstrasse prägt, wird weichen. Denn das Hotel Bären soll abgebrochen werden wie übrigens auch grösstenteils der «Ochsen». «Die Dépendance ist ohnehin als dominierender Solitärbau zu betrachten», erklärt Muster, sodass damit die städtebauliche Situation geklärt wird.

Die «Bären»-Dépendance wird nach Fertigstellung als Bürobau von der Softwarefirma BBP genutzt. Auf September ist der Einzugstermin festgelegt, «sodass wir jetzt ziemlich Gas geben müssen», fügt Muster an.

Auf denselben Termin soll auch der Neubau hinter der «Ochsen»-Dépendance, das Haus am Park, fertig erstellt sein. Dort sind über den Büros zwei Wohngeschosse plus dazu eine Attika geplant. Das sind insgesamt fünf Wohnungen, wovon ein Teil allenfalls als strategische Reserve dient, wenn das medizinische Zentrum während des Bau des Bäderkomplexes ein Provisorium benötigen würde. Beide Gebäude sind im Minergiestandard geplant. Das Investitionsvolumen wird auf gut je 4 Mio. Franken beziffert.

Der angestrebte Nutzungsmix auf dem Baufeld 4 (westlich Bäderstrasse) mit Wohnungen und Arbeitsplätzen ist gemäss Planungsvorstellungen für die Entwicklung des Bädergebiets wichtig. Damit werden die bädernahen Nutzungen mit den Bereichen Therapie und Hotel (Baufeld 4, alter Hotelkomplex) der neuen Stiftung «Gesundheitsförderung Bad Zurzach+Baden» sowie Thermalbad und Wellness (Botta-Projekt) gut ergänzt.

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