Mit dem Herbst kehrt der Jazz ins «Isebähnli» ein, Jahr für Jahr, heuer zum 35. Mal. Am Montag ging das Eröffnungskonzert für die Saison 2014/15 über die «Bühne» des Stadt-Bistros. Der veranstaltende «Verein Jazz in Baden» gab dem «Agorà Ensemble» die Gelegenheit, sich dem Badener Publikum vorzustellen.

Das «Agorà Ensemble» war bislang allenfalls ein Insidertipp. Es handelt sich um ein Septett, das mit drei Streichinstrumenten eine jazzunübliche, beinahe verdächtige Besonderheit enthält. Die Zusammensetzung des Ensembles: Andreas Lareida (Gesang), Samuel Jungen (Violine), Claudia Marino (Viola), Raphael Heggendorn (Cello), Roman Tulei (Piano), Christoph Utzinger (Bass) und Manuel Pasquinelli (Schlagzeug).

Bereits das Auftakt-Stück mit brasilianischem Flair machte klar, dass man den Abend nicht mit experimentellem Kammerjazz würde verbringen müssen. Nein, das war auch Musik für den Bauch, unterhaltend, zwischen fröhlich und besinnlich, Karibik und vertonter Poesie pendelnd, mit viel Groove und einem durchaus unverkrampften Jazzfeeling.

Eigentlich bildeten die Instrumentalisten ja weitgehend nur die Begleitband von Sänger Andreas Lareida. Oder anders gesagt, Lareida war der Hauptsolist des Abends. Sein Gesang bestand zu einem kleinen Teil aus Stimmakrobatik, im Wesentlichen aber aus einem ausdrucksvollen, spannenden, quirligen Mix aus Text und textlosen Passagen, Geräuschen, Verfremdungen, Klängen zwischen jazzigem Scat und Jodel.

Hinter Lareida sorgten denn Violine, Viola und Cello für die Begleitung, die Untermalung, welche organisch und mit gerundeten Kanten in die Kompositionen eingefügt waren oder auch im Dialog mit dem Sänger standen. Verblüffend: Da waren keine Notenständer! Während sich im Isebähnli die Musiker oft hinter ganzen Notenbibliotheken ducken, spielten die drei Streicher hier ihre nicht immer einfach arrangierten Sequenzen auswendig.

Piano, Bass und Schlagzeug verknüpften sich mit Streichern und Gesang zu einer absolut homogenen Einheit, bildeten zugleich den urjazzigen Kern des Ensembles. Kräftige, stimulierende Bass-Figuren und ein recht differenziert und doch unverblümt direkt gespieltes Schlagzeug waren für den rhythmisch-harmonischen Boden zuständig, während Pianist Roman Tulei als meistgehörter Instrumentalsolist die Leichtigkeit der Agora-Musik in seinen Beiträgen widerspiegelte.