Es war ein Schock für die Badener Kulturszene: Vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass das «Royal» ab 2018 nicht mehr als Kulturbetrieb genutzt werden kann. Stattdessen wird das ehemalige Kino während der Umbauarbeiten des angrenzenden Postareals zu einem Baustellenbüro umfunktioniert. Unklar war bisher, welche Pläne die Eigentümerfirma Zuriba AG mit dem Postareal hat, das vor allem dank des Busbahnhofes in der ganzen Region bekannt ist. Diese Woche hat die Eigentümerin das Baugesuch eingereicht. Es wird erst ab August öffentlich aufliegen, die «Schweiz am Wochenende» durfte aber einen Blick darauf werfen: Die unteren Geschosse werden erweitert und in eine «Mall», also in ein Einkaufszentrum, umfunktioniert.

Mehr Infos zum geplanten Shoppingcenter werden auf der Website des zuständigen Architekturbüros Dürig AG verraten. «Die Gebäudestruktur, die Dimensionen und das Erschliessungskonzept ermöglichen sowohl ein Warenhaus als auch ein Einkaufszentrum mit Shop-in-Shop. Die Kommerzebenen werden so gross wie möglich und haben alle auf beiden Längsseiten mindestens einen Zugang.» Die Kommerz-Geschosse werden mit Rolltreppen miteinander verbunden. Die Obergeschosse werden heute als Büro genutzt und seien nicht Teil des Bauvorhabens. Es werden lediglich die Fenster ersetzt.

Neu im hinteren Teil

Die «Neuinterpretation» des Areals als Shoppingcenter hat Folgen für die Postfiliale: Sie wird einen neuen Standort erhalten – voraussichtlich im hinteren Teil des Gebäudes, verrät Vizeammann Markus Schneider, der Teil der Jury im Studienauftragsverfahren 2016 war, die grünes Licht für das Projekt gab.

Das grundsätzliche Ziel des Umbaus: Das gesamte Areal soll für eine Nutzungsdauer von 25 Jahren aufgewertet und «ertüchtigt» werden. So wird beispielsweise die Postauto-Station erneuert, auf dieser Ebene entstehen zudem 50 neue Veloparkplätze. Im Untergeschoss wird die Tiefgarage erweitert, sie bietet neu Raum für 13 Autoparkplätze.

Betroffen von den Umbauarbeiten sind weitere Gebäude und Flächen: Das Wohnhaus an der Haselstrasse 11, also westlich des Royals, wird abgebrochen – zugunsten eines neuen Anlieferungsbereichs sowie daneben eines öffentlichen Platzes. Eine Stahlkonstruktion werde eine Art Gartenlaube definieren – dieses Objekt könne als Sitzmöglichkeit oder als kleine Bühne genutzt werden. Dieser Platz soll ein Ersatz sein für den kleinen Park südlich vom Royal – dieser wird gerodet und macht einem Neubau Platz, in dem ebenfalls Verkaufsflächen vorgesehen sind.

Vizeammann Markus Schneider spricht von einer attraktiven und guten Lösung für das Postareal. «Tatsache ist, dass derzeit viele Räume im oberen und unteren Erdgeschoss leer stehen oder untergenutzt sind. Dass dieser Platz künftig gut genutzt wird, ist eine gute Nachricht. Ebenso wichtig ist, dass die Arealbesitzer sich entschieden haben, das Royal nicht in den Perimeter des Studienauftrages zu nehmen und stehen zu lassen. Ich bin überzeugt, dass das ganze Areal attraktiver wird.»