Sinkende Coronazahlen
Das KSB kann um zwei Intensivbetten reduzieren – das gibt Entlastung für müdes Pflegepersonal

Elf Monate ist das Pflegepersonal des Kantonsspitals Baden bereits tagein und tagaus gefordert. Nach der Erhöhung von 10 auf 14 Intensivbetten können nun wenigstens zwei wieder abgebaut werden. Und: Wer bei den Pflegenden tiefe Eindrücke hinterlassen hat.

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Dank der kantonalen Massnahmen, die bis zuletzt strenger waren als diejenigen auf nationaler Ebene, sind die Coronazahlen im Aargau derzeit rückläufig. Das war für die Covid-Station im Badener Kantonsspital dringend notwendig, denn: Das Personal kam in den vergangenen elf Monaten an den Anschlag. Zuletzt konnte man aber erfreulicherweise zwei Betten auf der Intensivstation wieder abbauen und betreut nun zwölf Betten. Im Normalfall sind es deren zehn.

Karten von Angehörigen – ein schönes Gefühl für das Pflegepersonal

Julia Kündig, diplomierte Expertin Intensivpflege, sagt gegenüber dem Regionalfernsehsender Tele M1: «Wir sind müde und vor allem froh, dass die Tendenz nun so ist, dass die Fallzahlen abnehmen und es zu einer leichten Entspannung kommen könnte. Aber wir sind nach wie vor kritisch.»

Für einen Coronapatienten sind sechs Personen des Pflegepersonals plus Ärzte zur Betreuung notwendig. In den vergangenen elf Monaten hat Kündig vor allem auf der Covid-Station gearbeitet und viel erlebt. Was bleibt da in Erinnerung? Sie sagt:

Vor allem diejenigen Patienten, die alleine gestorben sind. Wir haben auch ein Stück weit die Rolle der Angehörigen übernommen.

Doch es gibt auch Positives zu berichten. Kündig erklärt: «Es hat Patienten gegeben, um die wir grosse Angst hatten, dass sie es nicht schaffen.» Wenn sich dann alles zum Guten gewendet habe, hätten die Pflegenden auch Dankeskarten von Angehörigen erhalten und das sei «sicher ein schönes Gefühl».

Durchführung der Operationen abhängig von Fallzahlen

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Durchschnaufen also. Neben der Reduzierung von zwei Intensivbetten konnte das KSB auch wieder einen Operationssaal öffnen und verschobene Eingriffe nun nachholen. Im Kanton Aargau wurden bisher über 1000 Operationen auf unbestimmte Zeit verlegt. «Wir können jetzt wieder Eingriffe durchführen, die zwar nicht überlebensnotwendig sind, die aber Patienten brauchen, damit sie beispielsweise überhaupt wieder zur Arbeit können», sagt Adrian Schmitter, CEO des Kantonsspitals Baden.

Wie lange man diese Operationen durchführen kann, ist abhängig von den Entwicklungen der Coronazahlen, der Hospitalisierungen und auch der Patienten, die auf ein Intensivbett angewiesen sind. (cri)