Das Komitee «Vorwärts Limmattal!» wurde 2010 gegründet und hat zum Ziel, Verkehrsprobleme in Dietikon, Spreitenbach und Umgebung zu lösen. Nun setzen sie sich für eine Querverbindung zwischen dem Limmat- und Reusstal ein. 

Roger Bachmann (SVP), Präsident des Komitees und Stadtpräsident Dietikons, sagt: «Es ist ein Fakt, dass die Querverbindungen – im Gegensatz zu den Längsverbindungen durch die Täler – schlecht ausgebaut sind. Gerade im Limmattal und im Reusstal würde eine neue Querverbindung aber massiv helfen.»

Vom Durchgangsverkehr entlasten

Mit diesem Rezept sollen die Gemeinden vom teilweise massiven Durchgangsverkehr entlastet werden. Spreitenbach, Dietikon, Bergdietikon und die Mutschellen-Gemeinden stehen im Vordergrund der Überlegungen von «Vorwärts Limmattal!», wenn es um die Suche nach Lösungen am Heitersberg geht.

Bereits im Juli hatte das Komitee die neue Querverbindung zwischen den beiden Tälern in seinen Forderungskatalog aufgenommen. Antrieb war eine Aussage des Bundesamts für Strassen (Astra), dessen Studie gezeigt hat: Eine unterirdische Autobahn von Spreitenbach durch den Heitersberg bis zur Verzweigung Birrfeld wäre sinnvoll, um den Baregg-Tunnel zu entlasten. Nachdem das Komitee die Querverbindung in seine Agenda aufgenommen hatte, führte es eine Online-Umfrage durch, wie diese Achse gestaltet werden soll. Das Resultat fiel überaus deutlich aus: 94,4 Prozent waren für einen Strassentunnel durch den Heitersberg. Nur 2,8 Prozent bevorzugten eine Strasse über den Berg, weitere 2,8 Prozent hatten keine klare Meinung.

Autobahn oder Kantonsstrasse?

«Ob es sich dabei um eine Autobahn oder eine Kantonsstrasse handeln soll, ist noch völlig offen», sagt Spreitenbachs Gemeindepräsident Valentin Schmid (FDP), der Mitglied des Ausschusses bei «Vorwärts Limmattal!» ist. Auch wo die Portale zu liegen kommen, ist noch alles andere als klar. «Wir wollen keinen Landverschleiss in Spreitenbach», fordert etwa Schmid. Eine Verlängerung der Mutschellenstrasse nennt er als eine Variante. Und das Ausgangsportal? «Bei einem Autobahntunnel wäre es wohl das Birrfeld, bei einer Kantonsstrasse eher die Region Bremgarten», sagt Schmid. Auf der Suche nach der idealen Lösung gehe es in Zukunft darum, die Verkehrsflüsse zu analysieren oder die Geologie zu untersuchen. «Dann wissen wir, wo ein solches Projekt Sinn macht.»

Bevor es überhaupt so weit ist, benötigt der Tunnel eine politisch-planerische Grundlage. Das Komitee «Vorwärts Limmattal» arbeitet daran, das Thema auf die politische Agenda zu bringen. «Wir müssen die Limmattaler im Zürcher Kantonsrat und im Aargauer Grossen Rat mobilisieren. Es geht jetzt darum, Allianzen zu schmieden», sagt Komitee-Präsident Roger Bachmann.

Politik und Wirtschaft ins Boot holen

Neben der Politik gilt es nun auch, die Wirtschaft für das Projekt zu gewinnen. «Ich bin überzeugt, dass alles, was eine Verflüssigung des Verkehrs bringt, von Wirtschaft und Gewerbe unterstützt wird», sagt Valentin Schmid. Die Spreitenbacher Wirtschaft sei durch die Vereinigung für Industrie, Dienstleistungen und Handel (IDH) in die Prozesse eingebunden.

Ende September werde das weitere Vorgehen im Komitee «Vorwärts Limmattal!» besprochen, sagt Schmid. Wichtig sei nun, so Bachmann, dass der Tunnel ernsthaft diskutiert werde. «Sonst wird das Verkehrsproblem nie gelöst», sagt er. «Die neue Querverbindung ist ein echtes Anliegen. Das zeigt sich, wenn man mit der Bevölkerung spricht.» Schliesslich soll der Heitersberg-Tunnel im Richtplan die nie realisierte Dietiker Westumfahrung ersetzen.