Die Freienwiler dürfen sich freuen: Die Dorfbeiz «Weisser Wind» wird wiedereröffnet. Das traditionsreiche Gebäude ist während knapp einem Jahr runderneuert worden. Mit einem dreitägigen Volksfest wird am kommenden Wochenende die Wiedereröffnung gefeiert – und auf die Zukunft des Restaurants im Freienwiler Dorfkern angestossen.

Der «Weisse Wind» erlangte im Sommer 2015 überregionale Bekanntheit, als dort die Dreharbeiten für die beliebte SRF-Krimiserie «Der Bestatter» stattfanden. Doch auch fernab von Luc Conrads Kriminalfällen hat die Beiz eine bewegte Geschichte zu erzählen.

Das Gasthaus gilt seit je als eines der wichtigsten Gebäude im Dorf und als Kulturgut der Gemeinde Freienwil. Um ein Haar wäre es vor sechs Jahren aber abgerissen worden, als ein Investor auf der Parzelle Alterswohnungen plante.

Weil sich daraufhin Widerstand in der Bevölkerung regte und eine zur Rettung der Dorfbeiz gegründete Genossenschaft die Liegenschaft kaufte, konnte der «Weisse Wind» überleben – und wurde ab Frühling 2017 saniert.

Ein Projekt, für das hohe finanzielle Mittel aufgewendet worden sind: «Die Restauration des Gebäudes kostet rund 2,4 Millionen», sagt Urs Rey, Präsident der Genossenschaft Weisser Wind Freienwil auf Anfrage. Im Umbau eingeschlossen sind neben der Beiz im Erdgeschoss auch zwei Dachwohnungen, für die die Genossenschaft laut Rey zurzeit die Ausschreibungen vorbereitet.

Neue Kita wartet auf Bewilligung

Daneben wurde im Gebäude auch Platz für familienergänzende Betreuung geschaffen. Lange hatte es danach ausgesehen, dass die Freienwiler Kita «im Dörfli» in den «Weissen Wind» einzieht. Nach Bekanntwerden finanzieller und personeller Missstände wurde ihr jedoch die Betriebsbewilligung entzogen.

An ihre Stelle soll nun «Pop e Poppa» treten, eine der grössten Schweizer Kitas mit über 30 Einrichtungen. Auch für sie steht die Bewilligung noch aus, was aber einen anderen Grund hat: «Nach dem Doppelrücktritt Anfang Jahr war der Freienwiler Gemeinderat zwei Monate lang nicht beschlussfähig. Deswegen konnte er die Bewilligung noch nicht erteilen», sagt Rey, der sich zuversichtlich zeigt, dass «Pop e Poppa» ab 1. April den Betrieb aufnehmen wird.

Die neue Kita wird sich der Freienwiler Bevölkerung am Samstagnachmittag schon einmal mit einer Kinderbar vorstellen. Seine Feuertaufe bestehen will auch Stefan Frankenstein, der zusammen mit seiner Mitarbeiterin Tina Haagen für die Festwirtschaft verantwortlich zeigt.

Damit geht der «Weisse Wind» erstmals nach neun Jahren wieder in professionellen Betrieb. Der neue Pächter des Restaurants hat als Leiter der Badener Werkkbeiz, einem Catering-Unternehmen sowie einer Mensa bereits reichlich Erfahrung im Gastrogewerbe.

Die Eröffnungsfeier will Frankenstein quasi als Amuse-Bouche für sein künftiges Angebot nutzen: «Wir bieten einen Auszug aus unserer Speisekarte an, mit Klassikern aus der Werkkbeiz, wie Pulled Pork Burger und Cordon Bleu», sagt Frankenstein.

«Fürs Land» solle die neue Küche sein, mit regionalen Gerichten und saisonalen Suppen. Ab nächster Woche steht die Beiz den Gästen von Mittwoch bis Sonntag, jeweils über Mittag und abends ab 17.30 Uhr, offen.

Die Eröffnungsfeier wird am Freitagabend um 18 Uhr mit einer Begrüssungsrede von Ständerätin Pascale Bruderer eingeläutet. Nach dem offiziellen Eröffnungsakt um 20 Uhr wird erstmals nach elf Jahren wieder das Musical «De Wyssi Wind» mit einigen ausgewählten Stücken aufgeführt.

Das Konzert der kenianischen Entertainerin Claudia Masika am Samstagabend bildet schliesslich den Startschuss für die monatliche Veranstaltungsreihe «Kultur im Saal», die dereinst ausgebaut werden könnte, erklärt Urs Rey.

Hierfür sind die Besitzer auf zusätzliche Sponsoren angewiesen. Um diese für sich zu gewinnen, setzt Rey auf die vielfältigen Nutzungen im Haus: «Mit dem Kulturprogramm wird ein auswärtiges Publikum angesprochen, das so die Wirtschaft kennen lernt.

Die Leute sollen künftig nach Freienwil kommen, um einen stimmigen Abend in ländlicher Umgebung erleben zu können.»

Eröffnung Weisser Wind: Fr, 9. März., 18 bis 23 Uhr, Sa, 10. März., 14 bis 23 Uhr und So, 11. März., 14 bis 22 Uhr, Dorfstrasse 11, Freienwil.

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