Den Auftakt zum Bluesfestival Baden bewerkstelligte einmal mehr die Bläsertruppe «Salz & Pfäffer» auf dem Schlossbergplatz. Die Band begeisterte die Passanten und Marktfahrer mit ihren präzisen Rhythmen. Ihr Repertoire ist durchzogen mit Blues-, Jazz-, Pop- und Funk-Elementen. Bestimmte Vorbilder hätten sie nicht, betonte Bandleader Fritz Eberhart, jedoch wären sie von den beiden bekannten Gruppen «Youngblood Brass Band» und «Lucky Chops» besonders inspiriert worden. Einen kleinen Ausflug in die Latino-Szene bot die Gruppe mit dem Samba «Tequila».

Eine weitere Strassenformation konzertierte in der Cordulapassage. Die Band nennt sich «Ed Elastic» und ihr Stil ist grooviger New Orleans- und Street-Funk. Als «Featuring»-Musiker amtierte der in Baden bekannte Pianist Philippe Kuhn. Man hätte mit dem öffentlichen Klavier namens «Helga» gerechnet und so Kuhn als exzellente Ergänzung dazu geladen, erklärte Bandleader Roger Dietiker. Da Helga leider kürzlich Vandalen zum Opfer gefallen sei, hätte man sich nun mit einem E-Piano behelfen müssen. Die Stücke der Band sind durcharrangiert und dazwischen glänzen Solisten mit Improvisationen. Virtuositäten des Altsaxofonisten liessen besonders aufhorchen.

Die «Wynavalley Oldtime Jazzband» ist kaum mehr vom Bluesfestival-Auftakt wegzudenken. Mit ihrem traditionellen Jazz brachten die «alten Hasen» Schwung in die Gasse. Die Band pflegt den Dixieland und den Blues im traditionellen Stil. Zu geniessen waren Jazz-Klassiker wie «Shine» oder «Saratoga Swing». Etwas Aufregung ins Konzert brachte das plötzliche und unerwartete Auftauchen von CVP-Altbundesrätin Doris Leuthard mit ihren Parteifreunden. Bandleader und Altregierungsrat Peter Beyeler liess es sich nicht nehmen, die Politikergarde über die Soundanlage spontan zu begrüssen.

Unerwartetes im Gstühl

Auf dem Gstühlplatz, etwas fernab vom grossen Geschehen, installierte sich das Duo «Pepe Blues & Louis The HarpBär». «HarpBär» nennt sich der Mundharmonikaspieler und Sänger Ludwig Hungerbühler. Seine diatonischen Harmonikas – er besitzt eine ganze Batterie davon – werden in der westlichen Musikwelt «Blues Harp» und dessen Spieler «Harper» genannt. Hungerbühlers Partner «Pepe», alias Peter Andrist, ist am Bluesfestival kein Unbekannter, trat er doch bereits früher als Einzelkünstler auf. Vor einer Weinhandlung und einer Boutique begeisterten die beiden Vollblutmusiker mit tollen Liedern aus den Blues-, Bluegrass-, Folk- und Country-Szenen.