«Ich kann jetzt endlich wieder etwas freier atmen», sagte Boutique-Besitzerin Caterina Mancina am Montag zu Regionalsender Tele M1. Vor rund zwei Wochen erlitt sie wohl den Schreck ihres Lebens: Ein mit einem Messer bewaffneter Mann wollte sie in ihrer Boutique «Passione Moda» ausrauben. Die Ladenbesitzerin schrie, als der Mann sie mit dem Messer bedrohte. Es gelang ihr trotzdem, ins Freie zu flüchten. Der Täter liess von seinem Vorhaben ab und flüchtete ohne Beute. Trotz Fahndung konnte die Polizei ihn zunächst nicht fassen. Doch dann kamen entscheidende Hinweise aus der Bevölkerung. 

Ein wichtiger Hinweis kam von Diala, die einen Coiffeur-Salon führt. Ihr war ein Mann aufgefallen, der immer wieder vor ihrem Geschäft herumlungerte. Das machte ihr Angst – sein Verhalten schien ihr verdächtig. Als er kurz verschwand und wieder vor dem Geschäft auftauchte, schoss sie heimlich ein Foto von ihm und rief ihren Hauswart an. Dieser war sofort zur Stelle und ging der Sache nach. «Dann hat er ihn verfolgt. Ich war nicht dabei, aber wir waren ständig per Telefon in Kontakt.»

Ihr Gespür täuschte die Coiffeuse nicht: «Am Nachmittag habe ich dann erfahren, dass sie den Mann verhaftet haben», erzählt sie gegenüber Tele M1. Eine Woche später kommt dann die Bestätigung von der Polizei: Es handelt sich tatsächlich um den gesuchten Boutique-Räuber.

«Kommt er wieder?»

Der Täter ist mittlerweile geständig. Der 61-jährige Deutsche sitzt jetzt in Untersuchungshaft. Besondere Erleichterung macht sich bei Caterina Mancina breit. Seit dem Überfall auf ihre Boutique war sie ständig besorgt, dass der Täter vielleicht wieder zurückkommt. «Ich habe immer wieder rausgeschaut. Kommt da jemand? Kommt er wieder?», so Mancina.

Sie ist unendlich dankbar, dass die Bevölkerung so aufmerksam gewesen ist und bei der Ergreifung des Täters mitgeholfen hat. «Jetzt kann ich endlich wieder meinem gewohnten Job nachgehen und mich wieder frei bewegen.» Seit dem Vorfall hat sie in ihrem Geschäft Kameras aufgestellt. Rentieren würde sich ein Überfall auf ihren Laden zwar nicht, da die meisten Kunden mit Karte zahlen, aber sicher sei sicher.