Wenn Simona Nicodet mit ihrem Entlebucher Sennenhund-Mischling durch das Dorf spaziert, wird sie oft Zeugin von Diskussionen zwischen Hundehaltern und Anwohnern. Und dies trotz der Leinenpflicht, die in vielen Gebieten der grössten Gemeinde im Kanton gilt.

«Ich finde es absolut sinnvoll, dass die Leinenpflicht an sensiblen Orten vorgeschrieben ist, wie etwa neben Schulen oder in Wäldern zur Brut- und Setzzeit der Wildtiere», sagt sie. Für die Hunde selber bedeute die Leinenpflicht aber eine grosse Einschränkung.

Es werde in Wettingen immer schwieriger, einen Hund artgerecht zu halten, sagt die CVP-Einwohnerrätin. In einem Postulat fordert sie den Gemeinderat nun auf, zu prüfen, «ob die Einrichtung eines Hundeparks zur Entspannung der heutigen Situation beitragen könne». Simona Nicodet argumentiert: «In einem Park, wie in den Vereinigten Staaten in vielen Städten längst vorhanden, könnten sich die Hunde frei bewegen, was ihrem Naturell entspricht.»

Der Park hätte auch für die Hundehalter einen Mehrwert: «Für sie würde der Park zu einem Ort der Begegnung, des Austauschs und der gegenseitigen Hilfe.» In Wettingen seien 697 Hunde gemeldet, nicht wenige der Besitzer seien alleinstehend, und für sie könnte ein Park zu einem sozialen Zentrum werden.

Warum keine private Finanzierung?

Die Forderung nach Hundeparks wurde beispielsweise auch schon in Basel von der SP gestellt – es folgte scharfe Kritik. Die Jungsozialisten bezeichneten die Forderung der Mutterpartei als «absolut lächerlich».

Es gebe wichtigere und relevantere Themen, lautete die Kritik. Die Wettingerin Simona Nicodet nimmt bewusst in Kauf, dass ihr Vorstoss für Kopfschütteln sorgen könnte. Sie sei überzeugt davon, dass viele Menschen in Wettingen ihre Forderung unterstützten. «In Hundehalterkreisen kam die Idee einer Petition auf; nun versuchen wir, unseren Wunsch per Petition zu erfüllen.»

Auf die Frage, ob es nicht vielmehr die Aufgabe von Privaten wäre statt der öffentlichen Hand, einen solchen Park zu realisieren, sagt Simona Nicodet: «Wir bezahlen eine Hundesteuer und dürfen eine Gegenleistung erwarten, die über die Bereitstellung von Robidog-Behältern hinausgeht.»

Weniger Streit mit Anwohnern

Es gebe schon einige Gemeinden in der Schweiz, die eingezäunte Auslaufflächen für Hunde zur Verfügung stellten, die grossen Anklang fänden. «Ich bin überzeugt, dass ein Hundepark die Gemeinde Wettingen noch attraktiver machen würde.»

Und nicht zuletzt könnte die Zone auch dazu beitragen, dass es zu weniger Streitigkeiten zwischen Hundehaltern und Anwohnern komme, ist die Einwohnerrätin überzeugt.