Ein Kran platzierte am Donnerstag zwei Container zentimetergenau auf den Vorplatz des Merkerareals in Baden. Sie sind das Markenzeichen des internationalen Festivals für Animationsfilm, das vom 4. bis zum 9. September zum 16. Mal stattfindet. Während des Fantoche werden in den Containern Workshops und Ausstellungen organisiert.

Morgen können Passanten in der Badener Altstadt von 10 bis 14 Uhr erste Fantoche-Luft schnuppern: In vier ausgewählten Läden sind Virtual-Reality-Brillen stationiert, die den Kunden ein einmaliges Einkaufserlebnis verschaffen. «Die immersiven Technologien entwickeln sich stark, was die Animationskunst inspiriert - und umgekehrt. Durch die VR-Brillen öffnen sich neue Welten – oder eben Realitäten – die man am Samstag in der Innenstadt oder nächste Woche am Fantoche ausprobieren kann», sagt Fantoche-Mediensprecherin Philine Erni.

Grosse Anzahl an Bewerber

Fantoche zeigt sich dieses Jahr von seiner sinnlichen Seite. Unter dem Schwerpunkt «Doucement Sexy» wird ab dem 4. September der animierten Leibeslust gefrönt. Nebst der Erotik öffnet das Festival seine Türen für den lettischen Animationsfilm. Aus Anlass des 100-jährigen Staatsjubiläums gibt Fantoche einen Einblick in das wenig bekannte Animationsfilmschaffen Lettlands. Der Wettbewerbsteil des Festivals ist, wie in den vorherigen Ausgaben, in drei Kategorien unterteilt: Internationale Filme, Schweizer Filme und Kinderfilme. Dieses Jahr hätten sich so viele Filme für das Fantoche beworben wie nie zuvor, so Festivalleiterin Annette Schindler. Von den insgesamt 2349 Einreichungen wurden schliesslich 73 Kurzfilme für die Wettbewerbe selektioniert.

Am meisten Einreichungen kamen aus den USA (354), Grossbritannien (214), Frankreich (180) und Deutschland (122). Auffallend viele Einreichungen seien dieses Jahr aus Kanada (105), Russland (85) und Taiwan (83) gekommen. Aber auch Beiträge aus «exotischen» Ländern wie Ruanda, Irak, Libanon, French Guiana, Usbekistan, Kasachstan gingen ein. Aus der Schweiz wurden 84 Filme eingereicht. Im internationalen Wettbewerb werden 29 Filme, im Schweizer sowie im Kinderwettbewerb werden jeweils 22 Filme gezeigt. Zwei Schweizer Filme sind im internationalen Wettbewerb: «Selfies» von Claudius Gentinetta und «Crossing Over» von Lotti Bauer. Insgesamt werden am Fantoche über 260 Kurz- und Langfilme gezeigt.