Gross prangt das neue Logo «Coiffure de Simone» im Empfangsbereich über der Kasse. Die Coiffeurschere ist dabei im Mittelpunkt. «Tradition und Moderne soll der neue Auftritt ausstrahlen», so Geschäftsinhaber Stefano de Simone. Der ganze Salon an der Bäderstrasse 9 wurde nach 26 Jahren kürzlich renoviert und umgebaut. Drei Bedienstühle aus dem Jahr 1968, als sein Vater Salvatore de Simone zu arbeiten begann, sind noch immer im Einsatz.

Fabrizio (20) schloss letztes Jahr die dreijährige Coiffure-Lehre mit der Note 5,9 im praktischen Teil ab und arbeitet nun mit seinem Vater zusammen. Die drei Männer erlernten das Handwerk des Haareschneidens in unterschiedlichen Zeiten und hatten auch verschiedene Lehrmeister. Doch eins ist allen gemeinsam: «Es ist die Freude an dem, was man macht. Und wir schneiden Haare aus Leidenschaft», erklärt Geschäftsinhaber De Simone (47). Ohne diese «Leidenschaft», sagt er, wäre der Job viel zu anstrengend.

Erster italienischer Salon

Sein Vater Salvatore (81) stammt aus Vaccarizzo in Kalabrien. Als 18-Jähriger kam er in die Schweiz, arbeitete zunächst im Kanton Schwyz, ehe er nach Baden kam. Etliche Jahre war er angestellt, 1968 eröffnete Salvatore de Simone seinen ersten Salon im Bäderquartier, knapp 50 Meter vom heutigen Geschäft entfernt. Es war dies ein Salon im typisch italienischen Stil: Drei Kundenplätze, ein riesiger Spiegel und sechs Warteplätze zum Plaudern. Schüler Stefano nahm er an unzählige Preisfrisieren mit. Die Pokale und Medaillen im Regal zeigen den Erfolg.

1990 wurde der Salon «Salvatore & Stefano» an der Bäderstrasse 9 realisiert. De Simone machte die Meisterprüfung, um Lehrlinge auszubilden. Seit 20 Jahren agiert er an den Lehrabschlussprüfungen als Experte. «Man sieht schon nach kurzer Zeit, ob jemand mit Herz bei der Sache ist und beispielsweise die Frisur nachbessert, bis er zufrieden ist», sagt er, der für die Schweizer Nationalmannschaft der Coiffeure an Europa- und Weltmeisterschaften teilnahm. Nebst Vater und Sohn arbeiten vier Angestellte und zwei Lernende im Salon. Noch bis vor sechs Jahren bediente auch Salvatore de Simone seine Stammkundschaft. 2001 wurde mit dem Gewölbekeller der Salon vergrössert, seit 2007 gibt es die Filiale an der Badstrasse.

Grosse Stammkundschaft

Doch was ist es, was die Männer so am Haareschneiden fasziniert? «Wenn ich der Kundin den Spiegel hinhalte, um die Frisur zu zeigen, habe ich sofort eine Rückmeldung. Das ist eine Genugtuung für mich. Darauf kann ich aufbauen», sagt Geschäftsführer De Simone. Er habe auch Innendekorateur geschnuppert, doch da mache man etwas und mit Glück gefalle dies dem Chef oder dem Kunden und das wars dann. Es sei die Mischung aus Kreativität, Handwerk und Kundenkontakt, erklären die beiden. «Letztens hatte ich einen Kunden, der immer dieselbe Frisur hatte. Er sagte zu mir: Mach, was du willst», sagt Fabrizio de Simone. «Und die neue Frisur gefiel ihm.»

Die Stammkundschaft der «de Simones» reicht von Jung bis Alt. Da sind Kollegen darunter, die Stefano de Simone während der Rekrutenschule kennenlernte, genauso ist es jetzt bei Sohn Fabrizio. «Das sind nicht einfach Kunden. Viele kommen schon seit Jahren zu uns.» Wie die vier Generationen einer Familie: Da lässt sich die Urenkelin ebenso frisieren wie der Urgrossvater.