Beim Kraftwerk Kappelerhof nimmt Rita Peterhans in Kürze das Lauftraining in Angriff. Es ist nasskalt, doch die 67-Jährige ist mit Handschuhen, Stirnband und Funktionsjacke gegen das garstige Wetter bestens gewappnet. An diesem Nachmittag absolviert sie eines der letzten Trainings – vor dem Chlauslauf Rohrdorf am Samstag. «Für mich ist das Rennen ein guter Saisonabschluss», sagt Rita Peterhans.

Die Strecke entspricht ihr sehr, da sie nicht flach, sondern coupiert ist. Zudem hat sie gute Erinnerungen an den Wettkampf: In den letzten Jahren lief sie in ihrer Kategorie immer unter die besten drei. «Das motiviert mich, auch an weiteren Läufen teilzunehmen.» Für den bevorstehenden 36. Chlauslauf rechnet sie wieder mit einem Podestplatz. Und: Mit ihrem Tempo von fünf Minuten pro Kilometer wird sie auch in der allgemeinen Wertung noch so manch jüngeren Teilnehmerinnen davonlaufen.

Es ist aber nicht etwa so, dass Rita Peterhans wie verbissen trainieren würde. Sie nimmt sich vor, zweimal pro Woche draussen laufen zu gehen. Manchmal geht sie morgens, manchmal mittags, manchmal abends – je nachdem, was auf dem Tagesprogramm steht. Zudem besucht sie regelmässig das Fitnesscenter und geht ins Hallenbad. Peterhans selbst bezeichnet sich als Bewegungsmensch. «Wenn ich jogge, fühle ich mich gut. Ausserdem macht es mir Spass», sagt sie. Laufen sei ideal, weil es dafür weder eine exklusive Ausrüstung noch zwingend einen Trainingspartner brauche.

Anzahl Wettkämpfe reduziert

Bis vor ein paar Jahren absolvierte sie rund zehn bis zwölf Wettkämpfe pro Jahr, jetzt beschränkt sie sich auf rund die Hälfte – und auf Läufe in der Region wie den Chlauslauf Rohrdorf. Wann sie denn mit dem Sport begonnen habe? Rita Peterhans schmunzelt und sagt flüsternd: «Erst Mitte Zwanzig habe ich damit angefangen.» Damals wurde sie von einem Kollegen angefragt, ob sie nicht Lust hätte, an einem Rennen teilzunehmen. «Ich stimmte zu, obwohl ich vom Laufen keine Ahnung hatte», sagt sie und lacht. Seither gehören Joggingschuhe zu ihrer Grundausstattung.

In ihrer fast 40-jährigen Laufkarriere ist sie verletzungsfrei geblieben. «Es kommt darauf an, wie und wo man trainiert», erklärt Rita Peterhans. Sie etwa läuft häufig auf Naturwegen der Limmat entlang, je nach Tagesform mal schneller mal weniger. Eine Trainingsuhr hat sie keine dabei. «Vor einem Wettkampf schaue ich auch nicht, wie viel ich für die Strecke gebraucht habe», sagt sie.

«Blackcurrant» in der Mundecke

Es gibt aber eine Sache, auf die Rita Peterhans beharrt: Das Johannisbeeren-Zeltli der Marke Grether’s Pastilles. «Bei Wettkämpfen habe ich immer ein ‹Blackcurrant› dabei.» Dabei heisst: In der Mundecke. Wenn sie das Zeltli während des Rennes in dieser Position halten kann, ist sie flott unterwegs. «Beginne ich hingegen darauf herumzukauen, dann geht es mir nicht so gut.»

Dass Rita Peterhans auch am Chlauslauf Rohrdorf ein Johannisbeeren-Zeltli in die Mundecke legen wird, ist klar. Neben der goldenen Pastillendose wird Rita Peterhans ihren Partner mitnehmen: Seit er vor ein paar Jahren Kniebeschwerden bekommen hat, läuft sie die Wettkämpfe alleine – er feuert sie von der Strecke aus an. «Jetzt hat er das Gefühl, er sei mein Trainer», sagt Rita Peterhans und lacht herzhaft.

Jetzt ist es für sie aber an der Zeit, die Trainingseinheit zu starten. Rita Peterhans zieht das Stirnband zurecht und macht sich mit flottem Schritt der Limmat entlang davon.

Chlauslauf Rohrdorf. Samstag, 5. Dezember. Nachmeldungen sind ab 8.15 Uhr möglich. Start ist beim Schulhaus Rüsler in Niederrohrdorf.