«Eckwilerhof» steht, von weitem sichtbar in grossen Lettern am Bauernhaus. Dort wohnt der 31-jährige diplomierte Meisterlandwirt Thomas Strebel; Vater Bernhard und Mutter Elisabeth sind nebenan im Stöckli daheim.

Drei Töchter und zwei Söhne haben sie gross gezogen. Fünf Enkel, zwischen sieben Monate und fünf Jahre alt, tummeln sich regelmässig in ihrem Wohnzimmer. Wie ein Fels in der Brandung sitzt der 56-jährige Bernhard am Esstisch und erwähnt stolz: «Wir sind eine Generationengemeinschaft.»

Zum «Eckwilerhof» gehören 37 Hektar Acker- und Wiesland, über 2800 Tiere und - eine Glacemaschine. Neben dem Senior und seiner Frau, Sohn Thomas und einem Lehrling hat dieses Jahr erstmals ein Praktikant aus Rumänien auf dem Hof mit angepackt.

Den Hof hatte Bernhard Strebel vor 32 Jahren von seinem Vater übernommen. Sein Arbeitstag ist lang. «Üblicherweise fange ich um 5.30 Uhr an und höre gegen 19 Uhr auf. Heute Morgen aber sind Thomas und ich schon um 2 Uhr aus den Federn.

Wir mussten 900 Chüngel für den Transport ins Schlachthaus bereit machen.» Auf dem «Eckwilerhof» werden 55 Milch- und rund 40 Mastkühe gehalten, 600 Hühner, 40 Schafe, die gegenwärtig auf der Alp im Furkagebiet sömmern.

Dazu gesellen sich 1700 Chüngel-Mastplätze und 400 Muttertiere, sogenannte Zippen. «Sie werden von Thomas künstlich befruchtet. Eine Zippe wirft alle sechs Wochen jeweils rund 8 Junge.»

18 verschiedene Sorten

«Buurehofglace vom Eckwilerhof» gibt es seit zwölf Jahren. «2003 war mir in der ‹Bauern Zeitung› ein Inserat für Bauernhofglace ins Auge gestochen. Ich habe mich erkundigt und postwendend eine Maschine angeschafft.»

Die steht in einem gekachelten Raum, in dem früher die Eier frisch ab Huhn gelagert wurden. 18 Sorten der kühlen süssen Köstlichkeit stellt Strebel her, «alle ohne E-Stoffe».

Die Haupt-Produktionszeit ist naturgemäss zwischen Mai und September: «Da sind es pro Woche gut und gerne 180 Liter. Für die Glace-Produktion, die einen relativ grossen Arbeitsaufwand bedeutet, sind ausschliesslich Elisabeth und ich zuständig. Es ist ein Nebenerwerb, der mir grossen Spass macht.»

Für Rahmglace werden Frischmilch, Rahm, Eigelb, Spezialzucker und die jeweilige Geschmackspaste im oberen Teil der Maschine zunächst auf 85 Grad erhitzt und somit pasteurisiert.

Danach wird die Mischung im unteren Teil auf 7 bis 8 Grad minus abgekühlt. «Diese Masse füllen wir dann in die verschiedenen Verkaufsbehältnisse und ab geht es in den Tiefkühler.»

Die Geschmackspasten – von Vanille, Zimt, Haselnuss über Grand Marnier bis Stracciatella – bezieht Strebel aus Holland. «Sorbet – unter anderem Chriesi, Wald- und Himbeeren – hingegen stellen wir mit frischen Früchten her – sie machen etwa 50 Prozent aus. Dazu kommen Wasser und Spezialzucker und das Ganze wird nur auf 73 Grad erhitzt.»

In Geschäften und Restaurants

Just als Strebel frische Vanilleglace in 1000 Milliliter-Schalen abfüllt, klingelt sein Natel. Marktfahrer Giovanni aus Schönenwerd, benötigt anderntags am Mittag eine Kühltruhe und mehrere Sorten in 2500-Milliliter-Schalen.

«So viel Chriesi hämmer aber nümme», muss Glacemeister Bernhard den Marktfahrer enttäuschen. Zum einen oder anderen Anlass in der weiteren Region fahren die Strebels selber mit ihrem Glace-Verkaufswagen. Vor allem aber dürfen sie auf eine stattliche Reihe von regelmässigen Grosskunden - Geschäften, Restaurants und landwirtschaftlichen Betrieben mit Hofläden zählen.

Selbstverständlich werden die erfrischenden Delikatessen in hübschen, mit Früchten bedruckten Bechern zu 100 und 500 Milliliter auch im «Eckwiler»-Hoflädeli feilgeboten.

Dort können die Kunden sich auch mit Eiern, Rauchwürsten, Vakuum verpacktem Kalb- und Rindfleisch eindecken sowie sich ab einem Apparat mit Frischmilch selbst bedienen. Auf die Frage nach seiner Lieblingsglace sinniert Bernhard Strebel länger, zuckt dann die Schultern und lacht: «Ich mag alle Sorten, weil ich überhaupt alles, was süss ist, liebe.»