Am Samstag kurz nach 19 Uhr kam es auf der Landstrasse in Nussbaumen zu einem aussergewöhnlichen Unfall: Ein Gelenkbus der Regionalen Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen (RVBW) verlor hinten links das äussere der beiden Doppelräder, 95 Kilogramm schwer und mit einem Durchmesser von 95 Zentimetern. Es rollte auf die Gegenfahrbahn und prallte dort mit einem Auto zusammen. Eine Mitfahrerin im Personenwagen klagte danach über Schmerzen am Arm; die Ambulanz brachte sie zur Untersuchung ins Spital.

Im Bus befanden sich 15 Passagiere, sie blieben ebenso wie der Chauffeur unverletzt. Da das Fahrzeug des Typs «Man NG323» über sogenannte Zwillingsräder verfügt, also doppelbereift ist, blieb der Bus trotz des verlorenen Aussenrades stabil und konnte in die nächste Haltestellenbucht einfahren. Beide Fahrzeuge wurden beschädigt. Beim Bus blieb die Karosserie zwar unversehrt, doch Radnabe, Radbolzen, Muttern und die Felgen müssen ersetzt werden.

Radmontage vor wenigen Tagen

Die Kantonspolizei hat Ermittlungen aufgenommen. RVBW-Direktor Stefan Kalt sagte am Montagnachmittag: «Wir warten gespannt auf die Ergebnisse. Es gibt bis zum jetzigen Zeitpunkt keine Erklärung dafür, warum sich das Rad gelöst hat, wir tappen im Dunkeln.» Als Sofortmassnahme wurden auf der gesamten Busflotte die Räder auf der Antriebsachse überprüft.

Die Pneus der Busse werden in der Regel alle vier bis fünf Monate beziehungsweise nach ungefähr 40'000 Kilometern erneuert – beim betroffenen Fahrzeug fand der Pneuwechsel vergangene Woche statt. «Wie immer fand nach der Radmontage eine Probefahrt statt, die problemlos verlief», sagt Stefan Kalt. Anschliessend seien die Schrauben der Räder – wie vorgeschrieben – nochmals überprüft worden. Kalt: «Jeder Reifenwechsel wird dokumentiert, Prüfprotokolle werden dazu erstellt und vom betreffenden Mitarbeiter unterzeichnet. Wir verfügen über langjährige, bestens ausgebildete Mitarbeiter. Wir können uns den Vorfall noch nicht erklären.»

Schon einmal verlor ein Bus der RVBW ein Rad. «Wir hatten vor einigen Jahren einen ähnlichen Vorfall, mit einem Fahrzeug der Marke Scania. Glücklicherweise wurde niemand verletzt», sagt Stefan Kalt. «Der Radverlust führte damals dazu, dass wir unsere Prozesse überprüften, allerdings mussten diese nicht angepasst werden.»

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