Baden

Bürogebäude nach Stellenabbau zu gross geworden: General Electric zieht um

150 Millionen Franken kostete der Bau des Konnex-Gebäudes in Baden Nord.

150 Millionen Franken kostete der Bau des Konnex-Gebäudes in Baden Nord.

Nach dem Personalabbau der letzten Jahre verteilt sich die Belegschaft von General Electrics künftig auf mehrere Gebäude in Baden. Das Konnex-Gebäude steht ab Herbst leer. Die Zukunft ist noch ungewiss.

Am 1. November 2015 übernahm der US-Konzern General Electric für 9,7 Milliarden Franken die Energie-Sparte von Alstom Power. Und damit auch die damals rund 4200 Angestellten in Baden. Nach dem Personalabbau der letzten Jahre sind es hier inzwischen nur noch rund 1500 Angestellte, die im Konnex-Gebäude in Baden Nord arbeiten. Dieses müssen sie im Herbst nun aber verlassen. Sie ziehen sozusagen eine Strasse weiter, aber in mehrere Gebäude, die bereits in der Vergangenheit von GE angemietet wurden. Dazu gehört das Bürohaus «Quadro» an der Brown-Boveri-Strasse, der «Blaue Turm» am Bahngleis sowie ein Teil des «Duplex»-Gebäudes. «Derzeit renovieren wir die Büroflächen für die Zusammenlegung», schreibt das Unternehmen auf Anfrage. Der Mietvertrag von GE für das Konnex-Gebäude läuft im Frühjahr 2021 aus.

Die Stadt Baden ist informiert über den Umzug: «Wir stehen im ständigen Austausch mit dem Unternehmen», sagt Thomas Lütolf, Leiter Standortförderung. Die Mitarbeiterzahl von GE habe sich in den letzten Jahren deutlich verringert, und wenn Mietverträge auslaufen, sei es nur normal, die aktuell gemieteten Räumlichkeiten einer Standortbestimmung zu unterziehen. «Wenn das Konnex-Gebäude für GE inzwischen zu überdimensioniert ist, macht es natürlich Sinn, andere Möglichkeiten zu evaluieren», so Lütolf. Seit der Übernahme von Alstom hat GE in der Schweiz rund 2700 Stellen abgebaut, in Baden und Birr. Der Standort Oberentfelden hätte nach Birr verlegt werden sollen, ist aber immer noch in Betrieb.

Zukunft des Gebäudes unklar

Wer in Zukunft ins Konnex-Gebäude einzieht, ist noch unklar. Die Vermietung liegt in den Händen der SPG Intercity Zurich AG. Diese betreibt für das Gebäude eine eigene Website und beschreibt es in blumigen Worten: «Die einstmaligen Fabrikhallen lockten früher Arbeiterfamilien in die Region Baden und trugen massgeblich zum Aufschwung der Region bei. Nach Jahren der Stilllegung, in denen sich bereits Mythen um den ehemaligen Glanz rankten, hat der imposante Konnex-Bau das Industrieareal aus seinem Dornröschenschlaf erweckt.» Das ABB-Areal in Baden habe mit dem Konnex-Bau an der Brown-Boveri-Strasse 7 zu neuer Grösse zurückgefunden. Architekt des Gebäudes ist der 2018 verstorbene Theo Hotz. 150 Millionen Franken kostete der Bau. Er hat vier Miteigentümer: Die Pensionskasse Basel-Stadt, die Anlagestiftung der Swiss Life, die Pensionskasse der UBS sowie die Aargauische Pensionskasse. Die Eigentümer möchten sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht zur Zukunft des Gebäudes äussern.

Dieses bietet auf acht Stöcken Räumlichkeiten mit zwischen 560 und 37'000 Quadratmetern Fläche. Auf der Website ist ersichtlich, dass alle noch verfügbar sind. Für Lütolf ist klar: «Dass wiederum ein einziger Kunde das Gebäude übernehmen wird, ist eher nicht realistisch.» Es werde am Ende wohl ähnlich wie beim Duplex-Gebäude sein, in dem verschiedene Firmen angesiedelt sind. Auch hier wird ein Teil der GE-Belegschaft einziehen, es sind aber weiterhin Büroflächen zu vermieten.

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