Seit gut einem Jahr läuft die Planung, im Spätsommer soll es im alten Casino Wettingen zur Aufführung kommen: Das Bewegungstheater «Krabat», inszeniert vom Jungen Theater Baden unter der Regie von Patricia Schmid. «Noch sind die Rollen nicht besetzt», sagen Theaterpädagogin Mirca Dalla Piazza, künstlerische Leiterin der Formation, sowie Hans Peter Popp, Präsident des Jungen Theater Baden.

Aus diesem Grund findet am 2. Februar in Dielsdorf ein Casting statt, um Schauspieler für die Produktion zu finden. «Benötigt werden mindestens sieben Personen», sagt Dalla Piazza. Grosse Bühnenerfahrung sei keine Voraussetzung, so die künstlerische Leiterin.

«Voraussetzungen sind eine grosse Bühnenpräsenz sowie ein gutes Körpergefühl», meint sie und ergänzt: «Besonders wichtig ist, dass wir genügend Männer für das Projekt finden. Das ist immer ein Problem und wird bei einem Bewegungstheater wohl nicht leichter werden.»

Für Jugendliche und Erwachsene

Im Stück wird die Geschichte des jungen Krabats erzählt, der als Lehrling auf eine abgelegene Mühle gelangt. Der Besitzer der Mühle steht mit dem Teufel im Bund und betreibt schwarze Magie. Um ewiges Leben zu erhalten, opfert er jedes Jahr einen der Gesellen. Krabat versucht zu fliehen, scheitert aber beim Versuch.

Zusammen mit seiner Geliebten gelingt es ihm, den Bann des Müllers zu brechen. Die Gesellen sind frei und der Müller muss dem Teufel sein eigenes Leben überlassen. «Das Stück nimmt stark auf die heutige Zeit Bezug», erklärt Hans Peter Popp. Es werde darin hinterfragt, wer Mitläufer ist und wer bewusst handelt und aus dem System auszubrechen versucht. «Damit werden sowohl Jugendliche als auch Erwachsene angesprochen», ergänzt Dalla Piazza.

Die Inszenierung von Patricia Schmid will mit starken Bildern arbeiten. Dabei soll keinesfalls die Pantomime als Stilmittel dienen, sondern Bewegungen im Raum, die Synchronität und Brüche zwischen Personen aufzeigen sollen.

Untermalt werden die Bilder mit Musik, Rhythmen und Geräuschen. Dafür arbeitet das Junge Theater Baden mit zwei Tonmeistern des Münchner Kammerspiels zusammen. Eigens für die Produktion erarbeiten die Musikkünstler ein Tonkonzept. Ob weitere Medien zum Einsatz kommen, ist vorerst noch nicht klar.

Neun Vorführungen werden im alten Casino Wettingen stattfinden, wo seit längerer Zeit keine grösseren Anlässe über die Bühne gingen. Die Organisatoren sind begeistert vom Charme, der von den alten Räumlichkeiten ausgestrahlt wird – «eine verlorene Perle», meint Hans Peter Popp.

Informationen und Anmeldung: Mirca Dalla Piazza, künstlerische Leitung: kontakt@atelierkunterbunt.ch