Brugg
Vater verletzte Tochter (4) im Einkaufszentrum Neumarkt schwer – jetzt ist er wegen versuchten Mordes angeklagt

Am 17. August 2019 hatte ein damals 50-jähriger Iraker im Neumarkt Brugg seine vierjährige Tochter schwer verletzt. Die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach hat nun Anklage erhoben. Der Beschuldigte soll für 20 Jahre ins Gefängnis.

Hans-Caspar Kellenberger
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Tatort: Das Einkaufszentrum Neumarkt in Brugg.

Tatort: Das Einkaufszentrum Neumarkt in Brugg.

Claudia Meier

Die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach hat nun gegen den beschuldigten Vater Anklage unter anderem wegen versuchten Mordes und schwerer Körperverletzung erhoben, wie sie in einer Medienmitteilung vom Mittwoch schreibt.

Die Ermittlungen haben gezeigt, dass es vor der Tat zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen dem Beschuldigten, der Mutter und der Grossmutter des damals 4-jährigen Kindes gekommen war. Konkret wirft die Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten vor, dass er an jenem Samstagnachmittag im Neumarkt Brugg nach dem verbalen Streit plötzlich seine Tochter an den Hüften gepackt und das Kind kopfvoran und mit voller Wucht auf den Boden geschleudert hatte.

Drittpersonen hinderten Vater wohl an Mord

Obwohl die Mutter und die Grossmutter sofort versuchten, ihn davon abzuhalten, packte er – so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft – seine Tochter erneut an den Beinen und schleuderte sie ein weiteres Mal mit voller Wucht kopfvoran auf den Boden. Das Kind erlitt dadurch ein schweres Schädelhirntrauma.

Dank des beherzten Eingreifens von Drittpersonen konnte der Beschuldigte an weiteren Gewaltausübungen gehindert und das Mädchen in einen angrenzenden Laden in Sicherheit gebracht werden. Von den schweren Verletzungen hat es sich inzwischen erholt.

Freiheitsstrafe von 20 Jahren beantragt

Der Beschuldigte befindet sich im vorzeitigen Strafvollzug. Neben versuchten Mordes und schwerer Körperverletzung hat die Staatsanwaltschaft BruggZurzach gegen den heute 52-Jährigen auch Anklage wegen mehrfacher Drohung und mehrfacher Beschimpfung gegenüber der Mutter und der Grossmutter des Kindes erhoben.

Die Staatsanwaltschaft beantragt eine Freiheitsstrafe von 20 Jahren, eine unbedingte Geldstrafe von 180 Tagessätzen, eine vollzugsbegleitende ambulante Massnahme sowie 15 Jahre Landesverweisung. Die Anklage ist am Bezirksgericht Brugg hängig. Zum Aussageverhalten des Beschuldigten und zum Motiv wird sich die Staatsanwaltschaft erst anlässlich der Hauptverhandlung äussern.

Das Kind wird nach der Tat mit dem Helikpter ins Spital geflogen:

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