«Die Welt ist um einen guten Menschen ärmer geworden. Wir werden sie immer vermissen.» Das schreibt der Bruder einer Badener Alpinistin, die am Wochenende in einer Lawine im Prättigau ums Leben gekommen ist, auf Facebook. Dass die bewegende Aufnahme den Weg an die Öffentlichkeit findet, ist ein bewusster Entscheid: «Es ist Teil meiner Trauerarbeit», erklärt der Bruder.

Nachdem am Samstag am Vilan fünf Mitglieder der SAC-Sektion Lägern in einer Lawine tödlich verunglückt waren, war die Bestürzung im ganzen Kanton gross. Auch online nehmen Freunde und Bekannte Anteil: Über 3500 Personen sprechen auf Facebook ihr Beileid aus. Die Badenerin, die das letzte Bild vom Gipfel machte, diente in der Stützpunktfeuerwehr Baden. «Ihr Tod war ein Schock», sagt Kommandant Florian Immer gestern im Interview mit «Tele M1». «Plötzlich ist da ein Unfall, der einen selber betrifft.»

«Sie war eine zwäge Frau»: Bei der Feuerwehr Baden trauern über hundert Kollegen um Lawinen-Opfer Birgit S.

«Unvorstellbare Gedanken»

Schwere Tage durchlebt auch Lukas Zehnder, Präsident der betroffenen Sektion des Schweizer Alpen-Clubs. «Wir sind mit allen, die auf der Tour waren sowie deren Angehörigen im Gespräch», sagt er. Jenen zwei Personen, die beim Lawinenniedergang verletzt wurden, gehe es inzwischen körperlich gut. Das Schlimmste sei das, was im Kopf vorgehe: «Diese unvorstellbaren Gedanken darüber, warum es die Kameraden getroffen und man selbst überlebt hat.» Besonders tragisch ist die Situation für den erfahrenen Tourenleiter, der vorausgefahren und nicht in die Lawine geraten war: Die Staatsanwaltschaft Graubünden hat wegen Verdachts auf fährlässige Tötung eine Untersuchung eingeleitet.

So berichtete das Tele M1 über das schwere Lawinen-Unglück.

Öffentliche Gedenkfeier

Nächste Woche nehmen die SAC-Mitglieder mit einer öffentlichen Gedenkfeier von ihren fünf verunglückten Kameradinnen und Kameraden Abschied. Sie findet am Donnerstag, 12. Februar, um 10.30 Uhr in der reformierten Kirche von Baden statt.