Brown-Boveri-Platz

Brown-Boveri-Platz: Badener Stadtrat will über die Bücher

Der Brown-Boveri-Platz soll dereinst Badens Hauptveranstaltungsplatz werden.zvg

Der Brown-Boveri-Platz soll dereinst Badens Hauptveranstaltungsplatz werden.zvg

Die Mehrheit der Badener Einwohnerräte war sich einig: So geht es nicht mit dem Brown-Boveri-Platz. Der Vorlage fehlten wichtige Informationen, hiess es. Jetzt soll bis Sommer 2014 eine bessere Vorlage auf den Tisch.

Es war das meistdiskutierte und umstrittenste Traktandum an der Einwohnerratssitzung am Dienstagabend: die Kreditvorlage für den Brown-Boveri-Platz und die Passerelle Haselstrasse. Der Stadtrat will den Brown-Boveri-Platz zum Hauptveranstaltungsort machen und beantragt dafür einen Baukredit von 3,55 Millionen Franken. Die Passerelle für Fussgänger und Velofahrer soll über die Haselstrasse direkt auf den Platz führen. Sie sollte für 1,32 Millionen Franken genehmigt werden.

Nachdem jedoch Mark Füllemann (FDP) einen Rückweisungsantrag gestellt hatte, zog der Stadtrat die Vorlage schliesslich von sich aus zurück. Jetzt will er noch vor den Sommerferien 2014 die neue Vorlage zum Brown-Boveri-Platz auf den Tisch legen.

Skepsis bei allen Parteien

Selbst bei den Befürwortern der Vorlage mangelte es nicht an Einwänden. So kritisierten viele Einwohnerräte grundsätzlich, dass eine Gesamtsicht auf das Bauprojekt fehle. Dazu gehört beispielsweise das Gestaltungs- und Nutzungskonzept der Haselstrasse, die direkt an den Platz grenzt. Auch fehlten dem Einwohnerrat ein ausgereiftes Nutzungs- und Betriebskonzept für den künftigen Event-Platz. Karin Bächli (SP) sprach für viele Einwohnerräte, als sie sagte: «Die Gestaltung der Plätze in Baden war in der Vergangenheit unbefriedigend.» Daher komme auch der kritische Blick auf den künftigen Brown-Boveri-Platz. So wollte die SP-Fraktion genauer wissen, welche Veranstaltungen denn auf dem Platz stattfinden sollen, wie die Nachtruhe geregelt s wird und ob man bei der Planung anliegende Quartiere miteinbezogen hat. Hannes Streif (team) stellte dem geplanten Projekt ein schlechtes Zeugnis aus, als er sagte: «Letztlich bleibt der fahle Beigeschmack eines Flickwerks.»

Kein Misserfolg

Der zuständige Stadtrat Markus Schneider wertet den Rückzieher keineswegs als Misserfolg. Im Gegenteil: Die Diskussion sei sehr wertvoll gewesen und habe geführt werden müssen. «Es hat noch nie einen Platz gegeben, der nicht zu Diskussionen geführt hat. Wenn ich jetzt das Resultat sehe, so sind es kleine Anpassungen, die wir machen müssen, etwa bei den Sitzgelegenheiten unter dem Baumkranz». Bis zirka zum Sommer 2014 will der Stadtrat auch das fehlende Gestaltungskonzept der Haselstrasse in die Vorlage aufnehmen und ein Nutzungskonzept für den Platz erstellen.

Grundsätzlich soll sich an der Gestaltung des Platzes und der Passerelle aber nichts ändern. «Da die Passerelle direkt auf den Platz mündet, muss sie mit der Vorlage für den Brown-Boveri-Platz gekoppelt sein», erklärt Schneider. Vom Standort her sei die Passerelle optimal gelegen, weil sie das Bahnhofareal direkt mit Baden Nord und dem Platz verbinde, sagt Schneider.

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