Das hat in der Stadt zu reden gegeben: Am kommenden Montag, 30. Mai, wird Mario Botta in der Villa Langmatt einen Vortrag über sein Bäderprojekt halten. Allerdings sind die 100 Plätze längst besetzt. «Und das waren sie innert weniger Tage», bestätigt Rudolf Velhagen, Direktor des Museums Langmatt.

Einige Botta-Kritiker fühlten sich dadurch vor den Kopf gestossen, denn sie glaubten, der Anlass sei von der Verenahof AG organisiert worden. Christine Zehnder, Geschäftsführerin des Thermalbades der Verenahof AG, dementiert: «Wir haben mit dem Engagement von Mario Botta für dieses Referat nichts zu tun.» Doch sie verrät, dass man Botta nach den Sommerferien für eine Informationsveranstaltung einladen werde. «Wir werden das Datum noch publik machen und einen genügend grossen Saal reservieren», meint Christine Zehnder schmunzelnd.

Keine Politdiskussion

Laut Velhagen geht es nicht um die politische Auseinandersetzung, sondern um einen architektonischen Ausblick im Rahmenprogramm zur Ausstellung «Baden» (8. Mai bis 10. Juli). Der Tessiner Star-Architekt konnte gewonnen werden, um in die Zukunft des Bäderquartiers zu blicken. Ein Raum in der Langmatt ist dem Thema Bäderquartier gewidmet. Zuvor referierte Barbara Welter, Leiterin Historisches Museum, über die Vergangenheit der Bäder.

Es sei nicht eine Angelegenheit des Museums Langmatt, sich in die politischen Diskussionen einzumischen oder gar eine Meinung abzugeben, erklärt Velhagen. Man wolle vielmehr das Thema von der Seite der Kunst angehen, wie es auch in der laufenden Ausstellung geschehe. «Man darf aber auch diskutieren können», fügt der Museumsdirektor an.

Der Anlass richtete sich primär an die Freunde der Langmatt. Aufgrund der Aktualität des Themas habe die Meldung, dass Mario Botta für ein Referat nach Baden kommen werde, fast wie eine Bombe eingeschlagen, erzählt Rudolf Velhagen. «Ansonsten haben wir bei ähnlichen Vorträgen lediglich 12 bis 17 Personen.» (-rr-)