Baden

Blütezeit für schwachen Hanf: Erster legaler Cannabis-Shop in Baden eröffnet

Hier gibt es Hanf als Blüten, Öl oder Pflegeprodukte: Rahel Marjanovic und Melanie Dimoska vor dem neuen Shop.Sandra Ardizzone

Hier gibt es Hanf als Blüten, Öl oder Pflegeprodukte: Rahel Marjanovic und Melanie Dimoska vor dem neuen Shop.Sandra Ardizzone

An der Rütistrasse hat ein Shop für legales Cannabis eröffnet – der erste im Kanton. Hier wird das Gras der Stunde verkauft: als Blüten, Öl oder Pflegeprodukte – aber mit weniger als ein Prozent Tetrahydrocannabinol (THC).

Bis auf das grosse Hanfblatt, mit dem im Schaufenster Kunden angelockt werden sollen, hat der neue Shop an der Badener Rütistrasse nichts mit einem Klischee-Kifferladen gemein. Im Gegenteil: Der in Grün und Weiss gehaltene Laden versprüht eher das Ambiente einer Drogerie. «Green Diamond» ist laut den Betreibern der erste legale Hanfladen im Kanton Aargau.

Hier wird das Gras der Stunde verkauft: Es enthält weniger als ein Prozent Tetrahydrocannabinol (THC), stattdessen aber einen hohen Anteil an Cannabidiol (CBD). Die Folgen für die Konsumenten: Sie werden davon nicht high, ihre Wahrnehmung oder Auffassungsgabe wird nicht beeinflusst; stattdessen wirkt CBD-Hanf eher beruhigend.

Der Verkauf von Gras mit weniger als einem Prozent THC ist in der Schweiz legal, gleichzeitig fällt der Wirkstoff CBD nicht unter das Betäubungsmittelgesetz. Und seit das Bundesamt für Gesundheit im August erstmals eine Hanfsorte als Tabakersatzprodukt deklariert hat, boomt der Handel, in Zürich eröffneten bereits einige Läden, nun also auch der erste in Baden.

Noch ist die Wirkung des CBD-Hanfs wissenschaftlich wenig untersucht. Experten warnen vor Nebenwirkungen bei hohen Dosen, und das BAG warnt, dass der Stoff nicht nach Belieben irgendwelchen Präparaten beigegeben werden dürfe.

Wirkt der Stoff Wunder?

Gleichzeitig werden dem Hanf aber wahre Wunder nachgesagt: Er soll unter anderem bei multipler Sklerose helfen, die Beschwerden bei Epilepsie, Schlafstörungen, Übelkeit und Migräne lindern, und in Laborversuchen soll er sogar gewisse Krebszellen abgetötet haben. In den USA ist bereits ein Milliardenmarkt entstanden, der Boom wurde dort vor vier Jahren durch einen CNN-Dokumentarfilm ausgelöst.

Angepriesen werden die Produkte in Baden als Tabakersatz, sind auch entsprechend mit 25 Prozent besteuert. Die Betreiber benötigten grünes Licht von der Zollverwaltung, sie mussten eine Liste mit allen Produkten hinterlegen, das BAG wird Stichproben machen.

Geführt wird der Shop von Marko Marjanovic und Igor Dimoski. «Wir verkaufen Hanf hier nicht nur als Blüten, sondern auch als Öl, Pulver oder Pflegeprodukte für Massagen. Es gibt viele Möglichkeiten, den CBD-Hanf zu konsumieren.»

Nicht ganz einfach ist die Situation für die Polizei. Denn legaler Hanf sieht so aus und riecht so wie jener mit hohem THC-Gehalt. Auf die Frage, wie man mit der Situation umgehe, heisst es bei der Stadtpolizei: «Von der Geschäftseröffnung und dem Geschäftsmodell in Baden haben wir Kenntnis. Die Stadtpolizei kontrolliert im Rahmen ihrer Grundaufgaben den möglichen Konsum und Besitz von Betäubungsmitteln. Erhebliche Tatbestände und Sachverhalte werden der Kantonspolizei weitergegeben.»

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