Seine Hände sind Gold wert: Der 25-jährige Nobuyuki Tsujii ist in Japan ein grosser Star. Der Pianist aus Tokyo – er wurde blind geboren – gewann bereits mit sieben Jahren seinen ersten Preis. Nun reist er mit seiner zehnköpfigen Crew für zwölf Tage durch die Schweiz und dreht einen dokumentarischen Film über seine hiesigen Konzerte und schöne Orte im Land. Neben Baden wird auch in Bern, Basel und Luzern gedreht.

«Wir sind stolz, dass Baden in diesem Film vorkommen wird», sagt Jacqueline Bysäth, Leiterin von Info Baden. Sie gab dem Film-Team Empfehlungen, welche Orte sich für Aufnahmen eignen würden, zum Beispiel die Thermalbank an der Limmat. Den Japanern war diese aber etwas zu wenig glamourös. Spontan drehten sie darum Sequenzen im privaten Spa-Bereich des Limmathofs. Auch die Altstadt gefiel den Japanern; Bysäth musste bei der Polizei kurzfristig eine Bewilligung für die Dreharbeiten einholen.

«Eine Quelle der Inspiration»

Jacqueline Bysäth sagt: «Es ist eine spannende Herausforderung, mit einem japanischen Filmteam zusammenzuarbeiten. Aber man muss flexibel sein.»

Bysäth glaubt nicht an einen grossen Marketingeffekt für die Stadt Baden. «Die Schweiz war für viele Künstler eine Quelle der Inspiration», sagt Tsujii, «so auch für Hermann Hesse oder Thomas Mann.» Bis zu 80 Konzerte spielt Tsujii jährlich. Eines davon findet morgen in der «Druckerei» statt.

Auch während des Konzerts wird für den Film gedreht, der im Juni im grössten japanischen Sender «Fuji TV» gezeigt wird. Zur Entstehung des Filmprojekts beigetragen hat auch das 150-jährige Jubiläum diplomatischer Beziehungen zwischen der Schweiz und Japan.

So bat die japanische Botschaft Tsujii um ein Exklusivkonzert für die Diplomaten. «Ich spiele lieber live als für die Fernsehkamera», sagt Tsujii, der auch das Geigenspiel beherrscht. «Am Klavier gefällt mir, dass ich mit unendlich vielen verschiedenen Tönen meine Gedanken und Gefühle ausdrücken kann», so Tsujii.

Konzert von Nobuyuki Tsujii in der «Druckerei» Baden am Sa, 3. Mai, 19.30 Uhr. Mit Werken von Chopin und Liszt.