Das Schulhaus Meierhof im gleichnamigen Badener Quartier wird dieses Jahr 50 Jahre alt. Der schlichte Betonbau am Stadtbach bekommt just in seinem Jubiläumsjahr Zuwachs: Das Schulhaus-Provisorium, das bisher in Rütihof stand und dort nicht mehr gebraucht wird, zügelt in den Meierhof.

Es soll am neuen Standort kurzfristig Entlastung gegen die Platznot bringen. Ein entsprechendes Baugesuch liegt noch bis zum 26. März öffentlich bei der städtischen Abteilung Planung und Bau im Roten Turm auf.

Der Blechcontainer-Pavillon soll auf dem Schulareal im Meierhof zwischen Spielplatz und Sportplatz stehen, im rechten Winkel zum Stadtbach und zu den Bahngleisen. Das Projekt des Badener Büros Baumann Henrich Architekten ist befristet bis zum Jahr 2022.

Es kostet laut dem Baugesuch 350'000 Franken und bietet auf zwei Etagen Platz für vier Klassenzimmer. Ein kleiner Vorplatz vor den Containern soll neu geteert werden, der Spielplatz wird aber in seiner heutigen Form bestehen bleiben.

Zwei Pavillons im Meierhof

Das Schulhaus Meierhof ist das kleinste unter den Badener Schulhäusern und ist mit seinen Sportplätzen gleichzeitig ein Quartiertreffpunkt. Seit 2016 gibt es hier bereits ein Provisorium auf dem Gelände: Darin befindet sich ein dritter Kindergarten für das Quartier, weil die beiden Kindergärten Sonnmatt und Ziegelhau nicht mehr genügend Platz geboten hatten für die wachsende Kinderschar.

Dass nun erneut ein Pavillon-Bau nötig ist, liegt an den insgesamt rasant steigenden Schülerzahlen in der Stadt. Heute besuchen rund 250 Kinder die Primarschule in der Innenstadt. In fünf Jahren dürften es laut dem Bericht «Schulraum Baden 2028» rund 400 Kinder sein, in fünfzehn Jahren über 730 Kinder.

Auch in den Quartieren Meierhof, Kappelerhof und Dättwil steigen die Zahlen weiter, wenn auch nicht ganz so stark wie in der Innenstadt. In Rütihof, wo im vergangenen Jahr das neue Schulhaus eingeweiht wurde, gehen die Schülerzahlen laut der Prognose dagegen leicht zurück. Als Idee angedacht ist zudem, ob ein Teil der Kinder aus der Innenstadt – dazu zählen auch die Allmend und das Quartier Limmat rechts – dereinst im Meierhof zur Schule gehen könnten.

Die Badener Schulhäuser sind in einem starken Wandel. Zusätzlich zu den grossen Bauprojekten Burghalde und Pfaffechappe müssen in den nächsten Jahren die Schulhäuser Ländli, Tannegg sowie der Kindergarten St. Ursus saniert werden. Ein weiteres Provisorium entsteht zudem in diesem Frühling im Graben: Ein Holzpavillon soll dort für mindestens zehn Jahre Platz für zwei Kindergartenabteilungen bieten.