Wettingen

Bittere Ironie für Senioren: Weniger Geld für Theater-Aufführungen

(Archiv, 2012)

Die Theatergesellschaft Wettingen übt das Stück «Jetzt chunts ned guet»

(Archiv, 2012)

«Mit Verluscht muesch rächne» heisst die neue Komödie der Theatergesellschaft. Sie wird zur bitteren Ironie: Der Gemeinderat kürzt den Beitrag für die Aufführungen auf 1000 Franken.

Die Theateraufführungen im Januar, welche die Theatergesellschaft Wettingen (TgW) jedes Jahr macht, sind nicht nur für viele Seniorinnen und Senioren ein kleines Highlight.

Doch für die Wettinger Senioren gab es bisher zwei separate Aufführungen, welche die Gemeinde mit knapp 5000 Franken subventionierte. Im Betrag inbegriffen war der Versand von rund 3000 Einladungen an alle Wettinger, die über 70 Jahre alt sind.

Sie konnten sich jeweils im Rathaus und im Geschäft des EWW gratis Eintritte für die Aufführungen an zwei Sonntagnachmittagen im Januar abholen. – Es hatte, so lange es hatte.

Nun wird die Komödie «Mit Verluscht muesch rächne», die die TgW für ihre Aufführungen im Januar vorbereitet, zur bitteren Ironie. Denn nächsten Monat wird es keine separaten Aufführungen mehr für Wettinger Senioren geben.

Im Rahmen seiner Sparmassnahmen hat der Gemeinderat den Rotstift angesetzt. Die Einladungen werden nicht mehr verschickt und die TgW bekommt statt 1800 nur noch 1000 Franken. Sparpotenzial für die Gemeinde: knapp 4000 Franken.

«Wir verstehen, dass die Gemeinde überall sparen muss», sagt Rolf Etterlin, Vorstandsmitglied der TgW. «Wir hätten uns nur gewünscht, dass die Gemeinde uns früher informiert, sodass wir genug Zeit gehabt hätten, um unser Vorgehen planen zu können.» Etterlin befürchtet, dass nun viele Senioren vergebens auf die Einladung warten und die Vorführungen verpassen.

Gemeindeschreiber Urs Blickenstorfer sagt: «Sicher hätte die Gemeinde mit der Theatergesellschaft noch Rücksprache nehmen können.» Letztlich habe der Gemeinderat aber im Rahmen seiner Kompetenzen und aufgrund des Spardrucks diesen Posten gestrichen.

«Zudem haben wir die Theatergesellschaft bereits im September informiert, als der Gemeinderat in der Endphase der Budgetierung 2016 war.» Die Gemeinde habe die Einladungen an die Senioren auch jeweils erst Anfang Dezember verschickt, sagt Blickenstorfer.

Die Theatergesellschaft streut nun die Infos, so gut sie kann: «Wir haben Infoschreiben in den Pflegezentren platziert, unsere Plakate angepasst und die Änderungen auf unsere Website gestellt.»

Auch am Schalter im Rathaus und beim Geschäft des EWW liegen Informationsflyer für die Senioren auf. Die Sonntagsvorstellungen vom 17. und 24. Januar sind neu öffentlich wie die anderen vier Vorstellungen auch und man sollte Plätze frühzeitig reservieren. Wenigsten können die Senioren an diesen beiden Sonntagen für 12 statt der regulären 20 Franken ins Theater.

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