Bezirksgebäude
Badener Prachtbau erstrahlt in neuem Glanz – Stacheldraht, Securitas-Bewachung und Auflagen wegen geschützter Vögel bei Sanierung

Für die Arbeiten am Badener Bezirksgebäude waren spezielle Sicherheitsmassnahmen nötig. Erst vor kurzem wurden die Gerüste zurückgebaut.

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Das Bezirksgebäude hat einen neuen Anstrich erhalten.

Das Bezirksgebäude hat einen neuen Anstrich erhalten.

zvg

Ende März begannen die umfangreichen Sanierungsarbeiten des historischen Bezirksgebäudes in Baden. Nun erstrahlt das Bauwerk, das 1856/57 als Schulhaus erstellt worden war, in neuem Glanz: Erst vor kurzem sind die Gerüste am «alten Schulhaus», wie es in Baden auch genannt wird, wieder zurückgebaut worden.

Bei den Bauarbeiten mussten spezielle Sicherheitsanforderungen der Kantonspolizei und des Bezirksgefängnisses beachtet werden. Diese sind im Gebäude eingemietet. «So mussten vor dem Fassadengerüst eine drei Meter hohe Bretterwand sowie als Abschluss ein Stacheldraht installiert werden», schreibt die Stadt, die anfügt:

«Eine Securitas-Firma überwachte das Objekt rund um die Uhr.»

Der Einwohnerrat hatte im Oktober 2020 einen Kredit von zwei Millionen Franken für die Sanierung gesprochen. Für die Bewachung wurden 227'500 Franken budgetiert.

Für die Sanierung galten spezielle Auflagen: Das Bezirksgebäude ist nämlich im Segelinventar (Mauer- und Alpensegler) der Stadt Baden registriert. Für die Nistplätze dieser durch das Bundesrecht geschützten Vögel mussten in Absprache mit dem verantwortlichen Experten Andreas Beck (Wettingen) Schutz- oder gleichwertige Ersatzmassnahmen installiert werden.

«Die rechtzeitige Installation dieser Massnahmen am obersten Gerüstlauf erforderte die Fertigstellung des Baugerüsts bis Mitte April 2021. Damit standen den aus dem Süden heimkehrenden Vögeln rechtzeitig geeignete Nistplätze zur Verfügung», sagt der zuständige Stadtrat Philippe Ramseier (FDP).

Alpensegler und Mauersegler fliegen die Nistkästen an der verhüllten Aussenfassade des Bezirksgebäudes in Baden an. Die Stadtökologie hat die Ersatz-Nistkästen montiert. (21.7.2021)

Alpensegler und Mauersegler fliegen die Nistkästen an der verhüllten Aussenfassade des Bezirksgebäudes in Baden an. Die Stadtökologie hat die Ersatz-Nistkästen montiert. (21.7.2021)

Rahel Künzler

Über 100 neue Holzfenster

Jetzt müssen noch die Arbeiten im Sockelbereich ausgeführt werden. Der mit Kunststoff kontaminierte Deckputz wurde auf der kompletten Fläche abgefräst und ein neuer Kalkdeckputz nach historischem Vorbild aufgetragen, wie die Stadt Baden mitteilt. «Danach erhielt die Fassade einen neuen Anstrich, und es wurden alle 108 Holzfenster erneuert.»

Die Fassade sei gemäss historischer Befunde und in Anlehnung an die sanierte «Dépendance Ochsen» im Bäderquartier (Baujahr 1845) gestaltet worden. Ausgeführt wurden zudem Spengler-, Blitzschutz-, Holz-, Schreiner-, Gipser- und Reinigungsarbeiten.

Im Oktober werden Arbeiten beendet

Die Bauarbeiten sollen im Oktober abgeschlossen werden, wie die Stadt Baden mitteilt. Das Budget könne voraussichtlich eingehalten werden. Als Auftraggeberin ist die Abteilung Immobilien verantwortlich für die Sanierung, die von der Kantonalen Denkmalpflege begleitet wird.

Architekt beim Bau des «alten Schulhauses» war der Badener Robert Moser. Er hatte im Jahr 1855 im Alter von 22 Jahren den Projektwettbewerb gewonnen. Der repräsentative und spätklassizistische Bau gliedert sich in drei Flügel und galt damals als das schönste Schulhaus im Aargau. Seit 1967 steht er unter Denkmalschutz. In den Jahren 1983/84 wurde es zum Bezirksgebäude umgebaut. (pz)

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