Kommentar

Bevölkerung nicht in mögliche Fusion einbezogen: Die guten Vorsätze wurden über Bord geworfen

Könnte baden schon bald 60'000 Einwohner haben? Eine Grossfusion würde es möglich machen.

Könnte baden schon bald 60'000 Einwohner haben? Eine Grossfusion würde es möglich machen.

Baden, eine Stadt mit 60'000 Einwohnern? Offenbar wird hinter verschlossenen Türen tatsächlich über Fusionen diskutiert. Klammheimlich, mit einem Sätzchen in den Jahreszielen 2021, deutet der Stadtrat darauf hin, dass der Zusammenschluss-Prozess mit Nachbargemeinden in Gang gekommen ist. «Nächstes Jahr sollen erste Resultate aus der 60'000-Einwohner-Modellstadt vorliegen», heisst es wörtlich.

Lange haben Befürworter einer Zentrums- oder Grossstadt Baden auf diesen Moment gewartet. Doch jetzt, da es das Projekt endlich offiziell auf die politische Agenda geschafft hat, ist ihnen trotzdem nicht so richtig zum Jubeln zumute.

Denn die Protagonisten, die Vertreter der Stadt Baden und der umliegenden Gemeinden, schweigen auf Anfrage zum Projekt. Lassen sich kein Wörtchen entlocken. Und sorgen damit für Verunsicherung in der Bevölkerung. In welchem Stadium befindet sich das Projekt? Welche Gemeinden sitzen am Tisch? Wie sieht ein möglicher Fahrplan aus?

Die wichtigste Erkenntnis nach dem völlig überraschenden Nein Badens im Jahr 2010 zur Fusion mit Neuenhof lautete: Die Bevölkerung muss besser einbezogen werden. Beim Prozess mit Turgi, der seit einigen Monaten läuft, wird dies vorbildlich umgesetzt.

Bei der Umsetzung der Jahrhundertidee wird nun aber Geheimniskrämerei betrieben. Der gute Vorsatz, die Bevölkerung früh einzubeziehen, wurde über Bord geworfen.

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