Der Aargauer Regierungsrat hat dieses Jahr beschlossen, 130 Kontrollschilder mit attraktiven Nummern, die dem Kanton gehören, versteigern zu lassen. Rund eine halbe Million Franken soll dadurch in die Kantonskasse gespült werden. Welcher Reiz bringt eine Fahrt mit einer besonderen Autonummer mit sich? Die tiefste Nummer, die sich in Privatbesitz befindet, ist die AG 11. Der Besitzer will aber keine Auskunft geben.

Der Nächste in der Liste: Daniel Kohler, Autohändler aus Untersiggenthal, Besitzer der AG 12. «Die Nummer wurde meinem Grossvater in den 1920er-Jahren vom Strassenverkehrsamt ausgehändigt», erklärt er. «Seither befindet sie sich in Familienbesitz, und dies hoffentlich noch lange.» Vor einiger Zeit klingelte Kohlers Telefon, es meldete sich der Besitzer eines Ferrari F 12, der für seinen Sportwagen die passende Nummer kaufen wollte. «Noch bevor er mir eine Summe nannte, unterbrach ich ihn. Ein Verkauf des Nummernschilds kommt für mich nicht infrage.»

Der grösste Unterschied zwischen einer Fahrt mit der AG 12 oder mit einem sechsstelligen Kontrollschild? «Der Wiedererkennungswert», sagt Kohler. «In der Region Baden wissen die Leute, dass ich es bin, der mit diesem Kontrollschild unterwegs bin.» Angesprochen werde er zwar nicht oft, aber gerade ausserhalb des Kantons beobachte er manchmal den einen oder anderen interessierten – und manchmal auch etwas neidischen Blick.

Den Rekordertrag einer Versteigerung brachte im Jahr 2000 übrigens ein zweistelliges Nummernschild ein: Der Käufer blätterte 70 000 Franken hin.