Baden

Bereits zweimal 200'000 Franken für Strategie gesprochen: Das lange Warten auf die Sanierung der Villa Langmatt

Ist seit 1990 ein Museum: die Villa Langmatt an der Römerstrasse in Baden.Bild: Severin Bigler (5. März 2019)

Ist seit 1990 ein Museum: die Villa Langmatt an der Römerstrasse in Baden.Bild: Severin Bigler (5. März 2019)

Nach knapp 30 Jahren Museumsbetrieb ist das Impressionisten- und Wohnmuseum Langmatt dringend sanierungsbedürftig. Doch das weiss man bereits seit über dreieinhalb Jahren. Nun erklärt der Badener Stadtrat Erich Obrist, weshalb sich der Entscheid über Langmatt-Sanierung hinzieht.

Es waren alarmierende Worte, die Langmatt-Direktor Markus Stegmann vor dreieinhalb Jahren anschlug: «Wir haben Wasser im Keller, Kamine drohten einzustürzen und unser Depot war ungenügend gesichert und durch Wasserleitungen gefährdet.» Fakt ist: Nach knapp 30 Jahren Museumsbetrieb ist das Impressionisten- und Wohnmuseum Langmatt dringend sanierungsbedürftig.

Umso mehr dürften nicht nur Kulturinteressierte und Liebhaber des Badener Museums sehnsüchtig auf einen Entscheid warten, ob und vor allem wann das Museum saniert wird. Noch diesen Frühling stellte Stadtrat und Kulturvorsteher Erich Obrist (parteilos) in Aussicht, «dass der Einwohnerrat in der zweiten Jahreshälfte über die Zukunft des Museums befinden kann.» Doch daraus wird nichts. So suchte man das Traktandum nicht nur bei der August-Sitzung vergeblich; die Sanierung ist auch für die nächste Sitzung im Oktober nicht traktandiert.

Obrist: «Prozess läuft gut und inhaltlich nach Plan»

«Der Stadtrat hatte im Januar vom Projektstand Kenntnis genommen und in einer ersten Einschätzung tatsächlich damit gerechnet, dem Einwohnerrat in der zweiten Jahreshälfte eine Vorlage unterbreiten zu können», erklärt Obrist. «Die weiteren Projektarbeiten haben aber gezeigt, dass noch mehr Zeit nötig ist.» So viel Zeit, dass auch eine Vorlage im Dezember nicht möglich sein werde, so Obrist.

Doch wo harzt es? «Dazu kann ich beim besten Willen keine Auskunft geben. Wir stehen mitten in einem Findungsprozess», betont Obrist. Doch der Prozess laufe gut und inhaltlich nach Plan. «Was mehr Zeit benötigt, ist die Koordination unter den Involvierten, zwischen Stadt, Stiftung und nicht vergessen Kanton.» Der Stadtrat habe nach wie vor zum Ziel, dem Einwohnerrat eine Strategie zu unterbreiten, die von allen drei Involvierten in den Grundpfeilern mitgetragen werde. «Dies ist eine Voraussetzung für ein zielgerichtetes, gemeinsames Vorgehen», sagt Obrist. Er sei überzeugt, dass sich eine sehr gute Lösung abzeichne. Gemäss der aktuellen Planung rechnet Obrist mit einer Einwohnerratsvorlage im Frühling 2020.

Auch wenn Obrist noch keine Details zur Strategie preisgeben kann, so hält er gleichzeitig fest: «Die Langmatt leidet unter Substanzverlust und dieser muss mit einem umfassenden Eingriff in das Gebäude langfristig gestoppt werden.» Gleichzeitig gelte es, diese umfassende Sanierung mit punktuellen baulichen Massnahmen zu ergänzen, sodass das Museum – wie vom Einwohnerrat in seiner Zielsetzung gefordert – nachhaltig eine stärkere Wirkung erzielen könne.

Bereits zweimal 200'000 Franken für Strategie gesprochen

In einer ersten Machbarkeitsstudie im Jahr 2014 stellte sich heraus, dass eine reine Sanierung rund 10 Mio. Franken kostet und ein Umbau rund 20 Mio. Franken. «Diese erste Analyse diente als Angabe, in welchem Spektrum sich ein künftiges Bauprojekt bewegen wird», führt Obrist weiter aus.

Rückblende: Der Einwohnerrat sprach schon 2010 einen Kredit in Höhe von 200 000 Franken gut «für die Erarbeitung von baulichen, betrieblichen und rechtlichen Entscheidungsgrundlagen». Weil die damaligen Erkenntnisse dem Stadtrat nicht ausreichten, beantrage er dem Einwohnerrat Anfang 2017 nochmals einen Kredit in Höhe von 200 000 Franken für die Ausarbeitung einer Strategie. Damals wurde der Einwohnerrat auch über die Kosten in Kenntnis gesetzt.

Die Kostenschätzung (+/– 25 Prozent) rechnete mit Investitionskosten von 9 Mio. Franken für eine Sanierung der Liegenschaft sowie Kosten von rund 17,3 Mio. Franken für einen Umbau mit Sanierung. «Wir gehen davon aus, dass sich die Kosten irgendwo im Mittelfeld bewegen dürften. Hinzu kommen bei beiden Varianten geschätzte Investitionsmassnahmen an den Bauwerken im Park von rund 1,5 Mio. Franken», sagt Kulturvorsteher Erich Obrist.

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