Neuenhof

Beliebter Pöstler beendet nach 48 Jahren seine Ära – Für ein Schwätzchen war er stets zu haben

Markus Laube war 48 Jahre lang Postbote aus Leidenschaft. Nun geht er in Pension.

Markus Laube war 48 Jahre lang Postbote aus Leidenschaft. Nun geht er in Pension.

Beinahe 50 Jahre lang trug Markus Laube mit Leidenschaft Pakete und Briefe aus. Nun geht der Neuenhofer in den Ruhestand.

Er ist in Neuenhof beliebt. Nicht nur, weil er die Briefe und Päckchen immer zeitgerecht lieferte, sondern weil er auch immer für ein kleines Schwätzchen zu haben war: Der Ur-Postbote Markus Laube.

48 Jahre lang arbeitete Markus Laube als Postbote. Nun hatte er am Silvestertag seine letzte Tour. Die berufliche Laufbahn von Laube begann am 1. April 1972. Ihm sei schon immer klar gewesen, dass er einmal einen Beruf mit Bewegung ausüben will. «Ich kann nicht in einem Büro hinter dem Computer sitzen», sagt Laube. Ausserdem wollte er eine Arbeitsstelle mit Kundenkontakt. Diese beiden Komponenten vereint führten dazu, dass Laube sich für eine Ausbildung als Pöstler entschied.

Seine Lehre machte Laube in Zurzach. Danach ging er für zwei Jahre nach Basel, «ich wollte wissen, wie es ist, in einer Stadt zu arbeiten», sagt der 64-Jährige. Schlussendlich landete Laube in Neuenhof, wo er bis zu seiner Pension auch blieb.

Als der Postbote noch einen Kaffee erhielt

Markus Laube ist vielen Bürgern in Neuenhof bekannt. «Ich habe immer gerne noch ein Schwätzchen mit den Leuten gehalten. Diesen Kontakt werde ich vermissen», sagt er.

Über besagtes Schwätzchen hätten sich viele gefreut, besonders die Bewohner des Altersheims. «Sie waren immer froh, wenn ich kam, da sie wussten, dass sie mit mir jemanden zum Reden haben», sagt Laube.

In seiner ganzen Zeit als Postbote gibt es viele Momente, die Markus Laube in Erinnerung bleiben. Doch speziell schön fand er seine Anfangszeit als Pöstler. «Früher lud mich der Bauer, den ich belieferte, immer noch zu einer Tasse Kaffee in die Küche ein und schenkte mir noch dazu Speck und Brot. Diese Zeit vergisst man nicht», sagt Laube.

Heute gehört viel Stress zu dem Beruf

«Der Beruf als Postbote hat sich über die Jahre verändert», sagt Laube. «Der Stress von heute war dazumal noch nicht da», fährt der Neuenhofer fort. Man habe früher viel mehr Zeit für die Kunden gehabt. Heute arbeitet ein Pöstler im Durchschnitt von 5.30 Uhr bis 15.30 Uhr. Ein Zeitfenster, in dem er um die 240 Lieferungen machen muss. Auch wenn der Postbote von heute viel mehr Stress hat als früher, liess sich Markus Laube den Kontakt zu seinen Kunden nie nehmen. «Dann hatte ich eben mal etwas länger», sagt er.

Besonders die Weihnachtszeit bedeute Stress für die Postboten. Dieser Stress wurde durch die Coronasituation noch verstärkt. Viele Leute, die ihre Geschenke normalerweise vor Ort kaufen, haben dieses Jahr online bestellt. «Ich habe in meiner ganzen Karriere noch nie so viele Pakete gesehen wie diese Weihnachten», sagt Laube. Geärgert hat sich der Pöstler allerdings nie. «Ich habe meinen Beruf bis zum Ende hin immer mit Freude und Leidenschaft ausgeführt», sagt er.

Langweilig wird es dem Pöstler im Ruhestand nicht

Am 31. Dezember ging Markus Laube auf seine letzte Tour. «Es war ein sehr schöner Abschluss», sagt Laube. «Ich habe gemerkt, dass mich die Leute geschätzt haben», fährt er fort. Viele Kunden hätten ihn mit Danksagungen und Geschenken erwartet. «Es hat einfach Spass gemacht», sagt Laube.

Angesichts des Ruhestands hat Laube ein weinendes und ein lachendes Auge. «Ich bin etwas traurig wegen meiner Kundschaft», sagt Laube. «Ich werde den täglichen Kontakt vermissen», fährt er fort. «Andererseits freue mich aber auch auf den Ruhestand, angesichts dessen, wie sich der Beruf in diesen 48 Jahren verändert hat», sagt er.

«Ich hatte immer Freude an meinem Beruf»

In der neu gewonnenen Freizeit will Laube sportlich aktiv bleiben. Ausserdem ist er seit 45 Jahren als Trainer der D-Junioren des FC Wettingen tätig. Dieser Aktivität will er auch weiterhin nachkommen.

Doch wird der 64-Jährige den Pöstler-Beruf auch vermissen. Denn: «Bis zu meinem letzten Tag hatte ich immer Freude an meinem Beruf.»

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