«Ein Sorgenkind? Nein, das ist das Werkk auf keinen Fall», sagt Patrick Nöthiger, Leiter Abteilung Gesellschaft und Kultur bei der Stadt Baden. «Im Gegenteil: Die Besucherzahlen steigen, und die Rückmeldungen der Besucherinnen und Besucher sind positiv», sagt er.

Doch Tatsache ist ebenso: Das Jugendkulturlokal stand seit der Eröffnung 2015 einige Male aus unerfreulichen Gründen im Fokus der Öffentlichkeit. Zu Beginn wegen der Besucherzahlen, die tiefer waren als erwartet, danach wegen angeblich zu hoher Eintrittspreise.

Und zuletzt vor wenigen Wochen im Einwohnerrat, als die Abrechnung für den Umbau und die denkmalpflegerische Sanierung der «Alten Schmiede» vorgelegt wurde – des Gebäudes, in dem sich das «Werkk» befindet. Die Kosten betrugen 8,74 Mio. Franken und somit 26,7 Prozent mehr als budgetiert.

Und nun teilt die Stadt Baden mit, dass das Gastronomieangebot in der Beiz des «Werkks» mittags ausgesetzt werden müsse. Das Abendangebot im Jugendlokal mit Barbetrieb ist zwar weiterhin gewährleistet – eine gute Nachricht für die Jugendlichen. Doch der Stadt Baden entgehen durch die Kündigung der Pächter der Beiz vorübergehend Mieteinnahmen in Höhe einer «marktüblichen Summe», wie es auf Anfrage heisst.

Der langjährige Pächter «SF Catering» hatte sich im März dazu entschieden, den Betrieb im Gebäude in Baden Nord einzustellen. Und auch die Nachfolgerin, die «Geissepeter GmbH», die das Lokal im April kurzfristig mit einer Pop-up-Beiz übernahm, hat sich nun dazu entschlossen, ihr Engagement zu beenden.

Betrieb durch die Stadt ist «eher keine Option»

«Die Stadt Baden nimmt die Auflösung des Pachtvertrages zum Anlass, die Rahmenbedingungen für den Betrieb des Lokals bis im September zu überprüfen. Ziel ist es, die Werkkbeiz unter geklärten Voraussetzungen so schnell wie möglich wieder zu eröffnen», heisst es in einer Mitteilung der Stadt.

Eine Schwierigkeit sei die gemeinsame Nutzung der Infrastruktur durch die Werkkbeiz-Gastronomen und die Betreiber des Jugendlokals gewesen. «Die logistischen und organisatorischen Schnittstellen sowie die räumlichen Doppelnutzungen stellten die beteiligten Akteure vor grosse Herausforderungen.»

Hinsichtlich der Mittagsbeiz-Zukunft würden diverse Szenarien geprüft, sagt Patrick Nöthiger. Eher keine Option sei ein Betrieb der Beiz durch die Stadt. Der Einwohnerrat habe in der Debatte zum Konzept des Jugendkulturlokals entschieden, dass der Betrieb einer Beiz nicht zu den Aufgaben der öffentlichen Hand gehöre.

Aargauer Gastro-News 2019