Baden

Bei «Blinddarm-Unterführung» wirds eng – Einsprache gegen Provisorium

Die Bauprofile zeigen: Es wird eng, wenn alle Busse bei Spezialanlässen wie etwa Märkten auch noch durch die Blinddarm-Unterführung fahren.

Die Bauprofile zeigen: Es wird eng, wenn alle Busse bei Spezialanlässen wie etwa Märkten auch noch durch die Blinddarm-Unterführung fahren.

Die Stadt Baden will ein Provisorium vor dem Manor errichten. Weil es bei der Unterführung „Blinddarm“ für Fussgänger dann zu eng und zu gefährlich wird, erheben die Quartiervereine Martinsberg und Altstadt Einsprache.

Ein Bauprofil, Velofahrer, Autos, Busse und Fussgänger – wer gestern beim Schlossbergplatz weilte, konnte sich ein Bild von der Zukunft machen: Geht es nach der Stadt Baden, Abteilung Liegenschaften, soll direkt vor der Blinddarm-Unterführung ein Verkaufsprovisorium errichtet werden.

Grund: An der Bahnhofstrasse 7, zwischen dem Bahnhof und der Altstadt, entsteht ein neues Wohn- und Geschäftshaus. Doch bevor dieses errichtet wird, soll das sogenannte Cachet-Haus nächstens abgebrochen werden.

Diese Bauarbeiten tangieren das Gewerbe am Schlossbergplatz. Die Vermieterin – Abteilung Liegenschaften Stadt Baden – muss dem Gewerbe während der Bauzeit ein Provisorium zur Verfügung stellen. Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, wollte die Abteilung Liegenschaften keine Auskünfte darüber erteilen, welche Gewerbe umziehen müssen.

Da der gedeckte Veloabstellplatz beim Manor durch das Provisorium blockiert wird, will die Stadt zudem einen überdachten Veloparkplatz direkt beim Provisorium an der Stadtturmstrasse aufstellen. Das entsprechende Baugesuch, das bis gestern aufgelegen hat, stösst auf Widerstand: Dem Badener Tagblatt liegen die Einsprachen der beiden Quartiervereine Altstadt und Martinsberg sowie die der Pro Velo Region Baden vor.

Hier windet sich ein Bus durch den Badener «Blinddarm».

Hier windet sich ein Bus durch den Badener «Blinddarm».

«Fussgänger sind gefährdet»

«Wir haben bisher alle Projekte der Stadt unterstützt, aber dieses geht zu weit», sagt Stefan Ulrich, Präsident des Quartiervereins Martinsberg. Ulrich und Markus Kaiser, Präsident Quartierverein Altstadt, sind sich einig, dass die Blinddarm-Unterführung bereits heute eine sehr kritische Passage ist.

Autos, Fussgänger, Velofahrer sowie Bus würden sich dort auf engstem Raum kreuzen. «Und genau diese kritische Stelle soll nun durch das Verkaufsprovisorium vor dem Manor zusätzlich verengt werden», schreibt Ulrich in der Einsprache.

Die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer, insbesondere der Fussgänger, sei dort nicht gewährleistet. Grosse Sorge bereiten ihm die Kinder. Grund: Der Schlossberg-Tunnel wird während der Bauzeit für Fussgänger und Velofahrer geschlossen.

«Für die Schüler aus dem Quartier Hasel-Martinsberg wird der Schulweg durch den Blinddarm führen.» Deshalb stellt der Quartierverein Martinsberg den Antrag, das Provisorium massiv zu verkleinern oder einen anderen Standort zu suchen. Auch der Quartierverein Altstadt fordert eine andere Lösung.

Marija Nikolova, Leiterin Marketing der RVBW, relativiert die Situation mit den Bussen: «Heute fährt keine unserer Linien durch den ‹Blinddarm›. Wenn Anlässe stattfinden, wie etwa der Markt gestern, werden alle Linien ab Baden Bahnhof Ost durch den Blinddarm umgeleitet.»

Während der Schulhausplatzsanierung fahre lediglich die Linie 9 durch den «Blinddarm», ausgenommen während Spezialanlässen. Was das Provisorium betreffe: «Es wurden Fahrversuche mit einem Bus gemacht, damit sichergestellt werden kann, dass unsere Fahrzeuge während der Baustelle sicher durch die Blinddarm-Unterführung kommen.» Die Bauherrschaft und die RVBW haben sich auf eine Lösung geeinigt, die für beide Parteien optimal sei.

Zu wenig Abstellplätze für Velos

Ein anderes Anliegen hat Pro Velo Baden: «Mit der Schulhausplatz-Sanierung will die Stadt allen nahelegen, mit dem Fahrrad in die Stadt zu pendeln», sagt der Präsident Hubert Kirrmann.

Deshalb sei es völlig unverständlich, dass die rund 68 Veloabstellplätze beim Manor mit dem Provisorium auf acht Plätze reduziert werden. «Das ist zu wenig für Kunden, die wegen des Schulhausplatz-Umbaus vermehrt mit dem Velo einkaufen gehen», sind sich Kirrmann und Markus Kaiser einig.

Mindestens 30 Plätze seien angebracht, betont Kirrmann. «Dazu gibt es genug Platz», schreibt er in der Einsprache.

Meistgesehen

Artboard 1