Ennetbaden

Baugesuch für Gratis-Thermalbad liegt auf – ab 2021 soll es sprudeln

Bassin, Fussbad, Thermalbank und Ellenbogenbad: Der geplante Heisse Brunnen in Ennetbaden.

Bassin, Fussbad, Thermalbank und Ellenbogenbad: Der geplante Heisse Brunnen in Ennetbaden.

Für das frei zugängliche Thermalbad am Limmatufer liegt jetzt das Baugesuch auf.

Im rasanten Tempo verändern sich derzeit die Badener Bäder. Während rund um den Kurplatz Neubauten emporwachsen und römische Badebecken zutage kommen, geht es nun auch vis-à-vis an der Limmatpromenade in Ennetbaden vorwärts. Genau ein Jahr, nachdem die Ennet­badener «Landsgmeind» auf dem Postplatz einem Kredit für den Heissen Brunnen (850'000 Franken) zugestimmt hat, liegt jetzt das Baugesuch dafür auf.

Der Heisse Brunnen, der tagsüber für jede und jeden frei zugänglich sein soll, hat ein Pendant auf der Badener Seite des Limmatknies. Beide Brunnen sollen zur Einweihung des neuen Bäderquartiers im Herbst 2021 fertiggestellt sein. Dann wird es ein Bäderfest beidseits der Limmat geben. Der Baustart für den Ennetbadener Brunnen soll voraussichtlich im Frühjahr erfolgen, wie Andreas Müller, Leiter der Ennetbadener Abteilung Bau und Planung, erklärt. «Die Hygienefragen sind schon beim Badener Brunnen abgeklärt worden, sie sollten kein Hindernis darstellen», so Müller.

Konzept für die alten Bäume am Limmatplatz

Als Bauherrschaft tritt die Gemeinde Ennetbaden auf, für die Ausführung sind der Verein Bagni Popolari, das Zürcher Baubüro In Situ und die dsp Ingenieure AG aus Uster verantwortlich. Die Architekten Marc Angst und Christoph Lüber haben sich in den letzten Jahren mit «Bagni Popolari» intensiv für temporäre Bademöglichkeiten in den Grossen und in den Kleinen Bädern engagiert. Dem Baugesuch liegen unter anderem ein Sicherheitskonzept, die Pläne für die Thermalwasserzuleitung und ein Baumkonzept für die nächsten 30 Jahre bei. Der Standort des Heissen Brunnens am Limmatplatz liegt idyllisch unter alten Linden, Platanen und Kastanien. Die Bäume sollen vom Brunnen nicht allzu stark tangiert und nach dem Baumkonzept gepflegt werden. «Zwei Bäume müssen gefällt werden, weil sie gesundheitlich in einem schlechten Zustand sind», so Andreas Müller.

Auch in den kommenden Jahren muss der eine oder andere Baum gefällt werden. Aber für jeden Baum, der weichen muss, wird ein neuer gepflanzt. Für den Gemeinderat sei es ein grosses Anliegen gewesen, den historischen Baumbestand zu erhalten. Das Baumkonzept wurde in enger Zusammenarbeit mit der Tilia Baumpflege AG aus Frick erstellt. Diese wird die Bauarbeiten begleiten und die Bäume wo nötig schützen.

Der Heisse Brunnen, der auch für gehbehinderte Menschen problemlos nutzbar sein soll, wird nicht nur aus einem Badebassin bestehen, sondern auch aus einem Fussbad, einer mit Thermalwasser gewärmten Sitzbank und einem Ellenbogenbad respektive einem Trinkbrunnen. Das Thermalwasser soll aus der derzeit ungenutzten Quelle des Hotels Schwanen unter der Badstrasse zum Brunnen geleitet werden. So dürfte es ab dem nächsten Jahr auch in Ennetbaden wieder eine offene Kur- und Wellnessanlage geben, wie sie in den Bädern während Jahrhunderten Tradition war.

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