Investor Benno Zehnder bezeichnet die vergangenen neun Jahre als Leidensweg. Die Pläne für das neue Thermalbad, ein Wohn- und Ärztehaus sowie eine Privatklinik im Bäderquartier bestehen schon lange, doch immer wieder tauchten neue Hindernisse auf. Schwierigkeiten bereiteten ihm mal der Denkmalschutz, mal die Stadt, mal die Finanzierung.

«Nun darf ich endlich eine gute Nachricht verkünden: Nächste Woche reichen wir bei der Stadt Baden die Baugesuche für das Thermalbad sowie das Wohn- und Ärztehaus ein.» Das dritte Baugesuch für das Verenahof-Geviert, wo die Privatklinik entsteht, werden die Verenahof AG und die Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach + Baden im Herbst einreichen.

«Wir können stolz sein», Markus Schneider, Vizeammann Stadt Baden.

«Wir können stolz sein», Markus Schneider, Vizeammann Stadt Baden.

Läuft alles nach Plan, starten die Bauarbeiten im kommenden Frühling oder Sommer; der erste Badegast soll im Herbst 2018 ins Thermalwasser eintauchen. Es bestehe zwar ein gewisses Einsprachepotenzial, doch die Möglichkeiten seien stark eingeschränkt, weil für Bad und Ärztehaus ein rechtskräftiger Gestaltungsplan vorliege, erklärt Zehnder.

Die Baukosten für die Bäder-Projekte betragen rund 160 Millionen Franken. Die Finanzierung sei mit einem Bankenkonsortium unter Führung der UBS als Fremdfinanzierungspartner sichergestellt.

Das neue Thermalbad wurde vom Tessiner Architekten Mario Botta entworfen. Gegner kritisieren, das Bad werde zu gross geraten. Es sei mit seinen 170 Metern zwar unbestritten lang, insgesamt werde das Botta-Bad aber im schweizweiten Vergleich ein eher kleines Thermalbad sein, sagt Zehnder.

Gebaut werden mehrere Thermalwasserbecken im Innen- und Aussenbereich, ein Limmat-Flussbad, eine grosszügige Saunalandschaft, Dampfbäder und Lounges. Die Betreiber hoffen auf rund 430 000 Besucher pro Jahr. In der Tiefgarage werden 450 Parkplätze erstellt.

«Der nächste Meilenstein wird sein, wenn ich ins Wasser springen kann»: Benno Zehnder, Investor und Präsident der Verenahof AG.

«Der nächste Meilenstein wird sein, wenn ich ins Wasser springen kann»: Benno Zehnder, Investor und Präsident der Verenahof AG.

Im ans Thermalbad angrenzenden Ärzte- und Wohnhaus wird Platz für 14 Arztpraxen und rund 35 Wohnungen mit Service geschaffen. Ausserdem soll es eine Apotheke sowie ein Diagnostik- und Therapiezentrum beinhalten.

Am meisten Schwierigkeiten und Diskussionen hatte es um das Verenahof-Geviert gegeben, wo heute die Bauruinen der Hotels Verenahof, Bären und Ochsen stehen. Das Baugesuch für dieses Baufeld wird erst im Herbst eingereicht. «Das ursprüngliche Projekt wurde vor rund zwei Jahren abgeschmettert, insbesondere von der Stadt Baden», sagte Zehnder.

Mario Botta hätte auf das Dach des Verenahofes eine Kuppel bauen wollen. Doch die Stadt argumentierte, sie widerspreche den Vorschriften für die Dachlandschaft im alten Teil des Bäderquartiers. «Botta wollte nach dieser enttäuschenden Nachricht sogar aussteigen, doch zum Glück konnten wir ihn davon überzeugen, die Pläne zu überarbeiten.»

Denkmalpflege und Heimatschutz würden den neuen Plänen nun positiv gegenüberstehen. Die Hotelruinen werden in eine Privatklinik mit rund 40 Zimmern umgebaut; er werden dort Behandlungen für die Bereiche Rehabilitation und Prävention angeboten. Ursprünglich war im Verenahof ein Gesundheitshotel geplant, darauf wird nun aus Renditegründen verzichtet.

«Viele haben uns nicht geglaubt»

Badens Vizeammann und Bauvorsteher Markus Schneider (CVP) sagte: «Es hat uns niemand richtig geglaubt, wenn wir jeweils sagten, das Bad werde gebaut und die Finanzierung sei gesichert. Dies, weil in der Vergangenheit einige Projekte erarbeitet, aber keines realisiert wurde.»

Weil die Baueingabe nun bevorstehe, könne von einem Meilenstein gesprochen werden. «Unsere Bäder sollen wieder ein attraktiver Ort mit einem stilvollen Ambiente sein, der zum Verweilen, Baden und Geniessen einlädt», sagte Schneider.

Auch Beat Edelmann, Präsident der Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach + Baden, freut sich, dass das Baugesuch eingereicht wird. «Es war für uns immer schwer nachvollziehbar, dass das hochstehende Badener Thermalwasser nicht besser und zum Wohl der Gesundheit genutzt wird.»

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