Stetten

Bald können die Schüler ins modernisierte Schulhaus zügeln

Die 3,85 Millionen Franken teure Erneuerung und Erweiterung des Primarschulhauses Egg in Stetten ist fast abgeschlossen.

Von aussen ist kaum zu erkennen, welcher Teil des Primarschulhauses Egg in Stetten aus dem Jahr 1966, 1985 oder 2019 stammt. Wer genau hinschaut, kann im Innern des neu grau-grünen Gebäudes die feinen Unterschiede ausmachen: anhand der Glastüren, die als Brandschutzmassnahme die drei Gebäudeteile abgrenzen, oder der farblich minim unterschiedlichen Kunststeinplatten.

Seit November 2018 wurde das Schulhaus erweitert und saniert. Die beiden älteren Gebäudeteile wurden bis auf die schwarzen, farbig gesprenkelten Platten in den Gängen komplett erneuert. Im Erweiterungsbau wurde derselbe Boden verwendet, die Platten dazu extra nachgebildet. Am Samstag steht das Schulhaus nun der Bevölkerung offen, ehe die knapp 110 Schüler der ersten bis vierten Klasse im Januar in ihr neues Schulhaus einziehen.

Mit wenig Aufwand zum Kindergarten

Insgesamt 3,85 Millionen Franken investierte die Gemeinde. Einen ersten Kredit über 2,9 Millionen Franken sprach die Gemeindeversammlung 2017. Ein Jahr später genehmigte die Gmeind einen Zusatzkredit über 0,95 Millionen Franken.

«Aus Kostengründen hatte sich der Gemeinderat entschieden, die Tagesstrukturen ebenfalls im neuen Anbau unterzubringen und diesen zwei- statt nur einstöckig zu bauen», so Gemeinderat Stephan Schibli (FDP). Im Anbau sind ausserdem ein Gruppenraum, ein Lehrerzimmer und ein Schulzimmer untergebracht. Ein Lift sorgt für die behindertengerechte Erschliessung. «Zudem können die Räume der Tagesstrukturen mit wenig Aufwand in einen Kindergarten umfunktioniert werden.»

Die Arbeiten erfolgten in zwei Etappen und starteten mit dem Anbau aus Holzelementen in Richtung Schulhausstrasse. «Das ermöglichte eine kurze Bauzeit, ist ökologisch und entspricht einer modernen Bauweise», sagt Andreas Stalder vom Architekturbüro «Arge Mai + Enorm32» aus Luzern.

Nach der Fertigstellung des Anbaus im April begann die zweite Etappe – die Sanierung der beiden älteren Teile des Schulhauses. Dazu mussten die sechs Schulklassen zügeln: in den Holzanbau, ins Oberstufenschulhaus, in das nahe Seilerhaus und ins Gemeindehaus.

Jedes Schulzimmer hat eine Wandtafel mit Touchscreen

Die sieben Schulzimmer, die drei Gruppenräume, der Werkraum und das Schulzimmer für Textiles Werken in den beiden älteren Teilen wurden komplett erneuert. «Da nur in zwei und nicht wie ursprünglich vorgesehen in sechs Etappen gebaut wurde, sparten wir gegenüber dem Kostenvoranschlag einen grossen Betrag ein», so Schibli.

Dies wurde wiederum in die Technik investiert. Dazu gehören auch die kreisrunden Leuchten, die in den Gängen auf verschiedenen Höhen montiert wurden. Fast alle Zimmer haben einen roten Boden, hellgrüne Schränke, hellblaue, pinnbare Wände und eine moderne, interaktive Wandtafel mit Touchscreen erhalten.

«Eine solche Wandtafel sollte heute Standard sein für einen modernen Unterricht», sagt Schibli. Nur in drei Zimmern blieb der Klötzliparkett erhalten.

Seit Herbst wird der Aussenraum zwischen dem Primar-, dem Oberstufenschulhaus und der Turnhalle neu gestaltet. «Durch die neuen Mauern erhalten die Schüler mehr Sitzgelegenheiten», sagt Architekt Stalder. Zudem könnten die Lehrer den Pausenplatz als erweitertes Schulzimmer nutzen.

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