Baden
Bäderquartier: Nach der Denkmalpflege gibt auch Heimatschutz grünes Licht

Noch vor wenigen Monaten äusserte sich der Heimatschutz noch sehr kritisch gegenüber dem Bäderprojekt. Nach Korrekturen hat sich das geändert. Der Heimatschutz schliesst sich dem positiven Urteil des Denkmalschutzes an.

Roman Huber
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Impression aus dem «Verenahof».

Impression aus dem «Verenahof».

Alex Spichale

Noch vor wenigen Monaten hatte der Aargauer Heimatschutz nicht gespart mit Kritik am Bäderprojekt. Die Verenahof AG musste gar davon ausgehen, dass der Heimatschutz beim Verenahof-Geviert mit den alten Hotels Bären, Ochsen und Verenahof von seinem Verbandsbeschwerderecht Gebrauch machen könnte. Doch es kommt nun ganz anders: «Alles im grünen Bereich», meldet der Heimatschutz.

Die Bauherrschaft rechnet mit Zweieinhalb Jahren Bauzeit. Losgehen soll es 2016.

Die Bauherrschaft rechnet mit Zweieinhalb Jahren Bauzeit. Losgehen soll es 2016.

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Aufatmen bei der Verenahof AG

«Wir sind darüber erfreut, dass der Heimatschutz unsere Bemühungen im Umgang mit der bestehenden Bausubstanz erkennt und sich hinter unser Vorhaben stellt», erklärt Benno Zehnder, Verwaltungsratspräsident der Verenahof AG. Diese tritt beim Bäderprojekt als Grundeigentümer und Bauherrin auf, währenddem die Gesundheitsstiftung Baden Zurzach+Baden das neue Thermalbad, die Rehaklinik und das Gesundheitshotel sowie das erweiterte Parkhaus betreiben wird. Zum gesamten Verenahof-Projekt gehört ausserdem das neue Wohn- und Ärztehaus anstelle des heutigen Staadhofs.

Visualisierung Bäderquartier Baden
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Auf das Zusammentreffen zwischen den Vertretern der Verenahof AG und des Heimatschutzes durfte man gespannt sein, denn der Heimatschutz hatte seit einigen Jahren seine Bedenken zum Vorhaben beim Verenahof-Geviert angemeldet. Für die «Botta-Kuppel» war beim Heimatschutz – wie bei der Stadt und der Denkmalpflege – wenig Sympathie vorhanden. Benno Zehnder hatte die Vertreter des Heimatschutzes bereits früher zu einer Besprechung eingeladen. Doch damals hiess es beim Heimatschutz, man nehme erst dann Stellung, wenn ein eingabereifes Projekt vorliege.

Der grosse Bäderbericht in der az vom vergangenen 1. November war beim Aargauer Heimatschutz Auslöser, sich mit der Verenahof AG zu treffen. Vergangene Woche fand die Zusammenkunft in Baden statt. Von der Bauherrschaft waren Benno Zehnder sowie Stephan Güntensperger, Direktor der Gesundheitsstiftung Bad Zurzach+Baden anwesend, seitens des Aargauer Heimatschutzes reisten Geschäftsführer Henri Leuzinger, Präsident Christoph Brun und Architekt Dieter Schwarz, Fachberater im Raum Baden, ins Bäderquartier, wo ihnen das Projekt und die Pläne präsentiert wurden.

Keine Opposition zu erwarten

«Wir stellten fest, dass ein respektvoller Umgang mit der bestehenden Bausubstanz vorgesehen ist», sagt Schwarz. «Die Haltung der Verenahof AG, alles, was möglich ist zu schützen, hat uns gefallen.» Lobenswert finde der Heimatschutz, dass beide Lichthöfe auch in ihrer Innenstruktur bestehen bleiben. Der Heimatschutz schliesse sich dem positiven Urteil des Denkmalschutzes an. Bei der Baugesuchsauflage sei keine Opposition zu erwarten.

«Wir gehen sogar über die Forderungen der Denkmalpflege hinaus», sagt Zehnder. So bleibt auch der grosse Verenahof-Saal erhalten. Beim «Ochsen» bleibt der grosse Bau bis und mit erstes Geschoss stehen. Der kleine Bau wird ersetzt. Während Botta dies in Anlehnung der alten Bausubstanz zu tun gedachte, ist Dieter Schwarz der Ansicht, «das Neue darf durchaus als solches erkannt werden». Vom «Bären» bleibt nur die Fassade. Zum übrigen Teil des Gesamtprojekts äusserte sich der Heimatschutz nicht, zumal für diesen bereits ein rechtskräftiger Gestaltungsplan besteht.

«IG schöner baden» bleibt kritisch

«Wir können erst Stellung nehmen, wenn wir die Pläne gesehen haben», sagt Christoph Lüber von der «IG schöner baden». Die Vorbehalte seien nach wie vor da. «Statt eines Wohnblocks am Limmatknie würde dort der Neubau für eine Rehaklinik hinpassen», sagt Lüber, und Hotel sowie Wohnen wären im historischen Teil besser platziert.

Lesen Sie den Kommentar zum Thema hier.

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