Baden
Badens Märchenkönigin gibt es bald auch fürs iPad

Kinderbücher stehen im Fokus der neuen Neujahrsblätter. An der Vernissage am Donnerstag im Kindermuseum stellte Sabin Doppler ihr erstes Bilderbuch vor.

Tabea Baumgartner
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Beatrice Trummer und Katia Röthlin (von links) stellen gemeinsam mit Ruth Wiederkehr die Redaktion der aktuellen Neujahrsblätter Bild Christoph Kün
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Kinderbücher stehen im Fokus der neuen Neujahrsblätter
Die Märchenkönigin Eva Furter (links) und ihre Tochter erschienen zur Vernissage in Königsmontur Bild Christoph Küng

Beatrice Trummer und Katia Röthlin (von links) stellen gemeinsam mit Ruth Wiederkehr die Redaktion der aktuellen Neujahrsblätter Bild Christoph Kün

Christoph Küng

Die Nacht hat sich bereits über die Bäderstadt gelegt, als zwei königlich gekleidete Gestalten über die Schwelle der Villa am Ländliweg treten. Eine goldene Krone ziert das rabenschwarze Haar der älteren Dame. Mit geheimnisvoller Stimme sagt sie: «So, wie ich die Kinder jahrelang ins Märchenland führte, so erscheine ich auch heute.»

Das Porträt der Märchenkönigin Eva Furter ist in den frisch gedruckten Badener Neujahrsblättern zu lesen. Kinderbücher stehen im Fokus der diesjährigen Ausgabe. An der Vernissage am Donnerstag im Kindermuseum stellte Sabin Doppler ihr erstes Bilderbuch vor. Auf dem Streifzug durch Badens Kinderbuchwelt lernen die Leserinnen und Leser unbekannte Werke der Papa-Moll-Erfinderin kennen und geraten in den Estrich der Familie Kaysel, wo es Buchschätze aus den letzten 500 Jahren zu entdecken gibt.

Nicht nur für Kinder

«Die Badener Neujahrsblätter erzählen die Geschichten der Stadt Baden – nicht nur für Kinder», versprach Ruth Wiederkehr aus dem Redaktionsteam. Es sind Geschichten von damals und Geschichten von heute, die Badens Leben und Treiben beschreiben, aktuelle Debatten aufgreifen und Erinnerungen warm behalten.

«Mit dem Schwerpunktthema wollen wir die Neujahrsblätter auch für jene attraktiv gestalten, die nichts mit historischen Publikationen am Hut haben», sagt Katia Röthlin, Journalistin und Co-Redaktorin. Während die Brugger Neujahrsblätter zu Beginn des Jahres ums Überleben kämpften, ist das Interesse an den Badener Neujahrsblättern ungebrochen. Die Unterstützung sei gross, sowohl vonseiten der Herausgeber wie auch von der Bevölkerung, sagt Röthlin. «Durch unser junges Redaktionsteam ist die Aufbereitung der Artikel jugendlicher geworden», sagt Judith Meier-Gander, Präsidentin der Literarischen Gesellschaft Baden. Die Gesellschaft gibt die Blätter gemeinsam mit der Vereinigung für Heimatkunde des Bezirks Baden heraus.

«Die Neujahrsblätter sind ein Zeitzeugnis der Region, das der Nachwelt erhalten bleibt», sagt Meier-Gander. Dass die Nachwelt nicht mehr für jede Recherche in die Stadtbibliothek rennen wird, ist ihnen klar: «In Zukunft werden alle Ausgaben der Badener Neujahrsblätter in digitaler Form verfügbar sein», verrät Meier-Gander mit einem Leuchten in den Augen. Die Digitalisierung sei in Arbeit. Wenn Badens Grosskinder in 100 Jahren von einer sagenumwobenen Märchenkönigin hören, die mit goldener Krone und knöchellangem Samtrock durch die Strassen gezogen sein soll, werden sie mit dem Stichwort «Märchenkönigin» ein Stück Badener Geschichte auf ihr iPad laden und in Eva Furters Märchenstadt von damals eintauchen können.

Kindergeschichten aus Baden

Im Fokus der Badener Neujahrsblätter stehen die Kinderbücher. Nebst Interviews mit Menschen rund ums Kinderbuch zeigen die Blätter unbekannte Werke der Papa-Moll-Erfinderin Edith Oppenheim-Jonas. Ausserdem erzählen sie vom BBC-Techniker und ersten Globi-Dichter Alfred Bruggmann und stellen aktuelle Kinderbuchgeschichten vor, die in Badens Gassen entstanden sind. Im zweiten Teil der Neujahrsblätter liegt der Fokus auf der Stadt und Region Baden: Bruno Meiers Stadtfest-Alphabet bietet einen ungewöhnlichen Rückblick auf den festlichen Badener Sommer. Die Jubiläen der Vereinigung für Heimatkunde des Bezirks Baden sowie der Volkshochschule Wettingen bleiben nicht aussen vor. Fünf Nachrufe, die thematischen Jahresrückblicke zu Politik, Wirtschaft, Kultur und Wetter sowie die Stichereignisse in der Chronik runden die Neujahrsblätter ab.

Die Neujahrsblätter sind in den Buchhandlungen oder direkt beim Verlag hier + jetzt zu beziehen.

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