Baden

Badenfahrt-OK spendet 300'000 Franken für das Kurtheater – das weitere 2 Millionen sammeln will

Mit der Spende an das Kurtheater wird eine Tradition fortgesetzt, die 1923 ihren Anfang nahm. Die Sammlung für den damaligen Theaterumbau war der Anlass, die Badenfahrt in ihrer heutigen Form überhaupt erst zu erfinden.

Der Vorstand des Badenfahrt-Organisationskomitees 2017 hat beschlossen, der Theaterstiftung Baden-Wettingen für den laufenden Umbau des Kurtheaters 300 000 Franken zu spenden. Der Betrag werde je hälftig aus dem Reingewinn der Badenfahrt 2007 und der Badenfahrt 2017 bezahlt, teilt das OK mit.

Laut Adi Hirzel, Präsident des OKs, wolle man mit der Unterstützung des Kurtheaters der ganzen Region für ihr Engagement bei der Badenfahrt danken. Der Betrag werde für die Renovation des Aussenbereichs des Theaters verwendet. «Dieser Aussenbereich soll künftigen Badenfahrten zur Nutzung zur Verfügung stehen», wird Hirzel zitiert.

Und: «Mit der Zahlung an das älteste Theater der Schweiz soll die langjährige Tradition des privaten Engagements fortgesetzt werden.» Das erste Badener Theater im Haus zum Herrengarten entstand im 16. Jahrhundert. Es war das erste seiner Art in der Schweiz. Aus ihm gingen später das Stadttheater und auch das Kurtheater hervor.

Startschuss für Sammelaktion der Theaterstiftung

Am vergangenen Donnerstag fiel der Spatenstich für den lang ersehnten Umbau des Kurtheaters. Die grosszügige Spende aus dem Badenfahrt-Gewinn soll nun auch der Startschuss für ein Fundraising sein, in dem die Theaterstiftung Baden-Wettingen und der Förderverein «Freunde Kurtheater Baden» rund zwei Millionen Franken privater Gelder sammeln wollen. Dies unter anderem, weil der Umbaubeitrag des Regierungsrats aus dem Swisslos-Fonds eine Eigenleistung voraussetzt.

Spatenstich: Die Sanierung des Badener Kurtheaters hat begonnen

Spatenstich: Die Sanierung des Badener Kurtheaters hat begonnen (26. April)

Der Spatenstich für das 34-Millionen-Projekt ist erfolgt: Bis ins Frühjahr 2020 sollen die Sanierungsarbeiten am Kurtheater in Baden andauern.

Antonia Stutz, Präsidentin des Stiftungsrates der Theaterstiftung, sagt auf Nachfrage: «Mit der Spende des Badenfahrt-OKs sollen die Treppenstufen des sogenannten Amphitheaters rund um das Sachs-Foyer erneuert werden.

Die Bilder vom Spatenstich:

Der Aussenbereich ist vom Baukredit des Um- und Erweiterungsbaus nicht umfasst.» Die Stufen seien in einem sehr schlechten Zustand. «Zudem möchten wir das Zelt wieder anbringen, das 2002 für die Jubiläumsproduktion des Kurtheaters auf der Freilichtbühne angeschafft wurde.»

Unter der neuen künstlerischen Leitung – nach der Wiedereröffnung des Theaters im Jahr 2020 – wolle man auch den Aussenbereich des Theaters aus seinem Dornröschenschlaf wecken. Mit dem Zelt könne man diesen auch bei schlechtem Wetter nutzen und bespielen. Es könne allerdings sein, dass der Betrag des Badenfahrt-OKs nicht ganz ausreiche, um den Aussenbereich zu sanieren, sagt Antonia Stutz. Es sei eine Aussenbeleuchtung nötig, welche ebenfalls nicht im Baubudget des Umbaus enthalten sei.

Auch die Auflagen der Denkmalpflege für die Abspannungen des Zeltes seien noch nicht klar. Es bestehe deshalb die Möglichkeit, dass die Theaterstiftung auf einen Zusatzkredit der Stadt Baden angewiesen sein werde. Die grosszügige Unterstützung des Badenfahrt-OKs sei «ein super Start für die Sammelaktion».

Ohne Theater keine Badenfahrt

Mit der Badenfahrt-Spende an das Kurtheater wird eine Tradition fortgesetzt, die 1923 ihren Anfang nahm. Die Sammlung für den damaligen Theaterumbau war der Anlass, die Badenfahrt in ihrer heutigen Form überhaupt erst zu erfinden. Um für den Umbau des alten Stadttheaters Geld zu sammeln, veranstaltete die «Gesellschaft der Biedermeier» 1923 die erste moderne Badenfahrt. Aus dem Reingewinn wurden für damalige Verhältnisse stolze 19'857 Franken zu einem Fonds angelegt. Im folgenden Jahr wurde die Theaterstiftung gegründet.

Die Weltwirtschaftskrise und der Zweite Weltkrieg verzögerten den geplanten Umbau. 1928 wurde das baufällige Stadttheater am Theaterplatz abgerissen und man entschied sich stattdessen für einen Neubau des Kurtheaters. Dieses war 1881 als unbeheizbares Sommertheater im Kurpark erbaut worden.

Nach der Badenfahrt 1947 floss wiederum ein stattlicher Betrag an die Theaterstiftung. 1952 konnte das Kurtheater dann in das neue Haus von Architektin Lisbeth Sachs einziehen. Es war der erste Theaterneubau der Nachkriegszeit im deutschen Sprachraum.

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